Dienstag, 29. Mai 2012, 13:30

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Info
  • Rechner
  • Ticket kaufen
  • studiVZ
  • meinVZ
Magazin Hafen Magazin Senioren

Wirtschaft

Mahnung: Aufsichtsbehörde reagiert auf Beschwerden von Kunden

Post muss Mängel bei Zustellung beheben

Konzern soll aufzeigen, wie er Engpässe und Ausfälle kurzfristig beseitigen will. Ver.di fordert mehr Personal.


Foto: Michael Gottschalk

Hamburg. Die Deutsche Post bekommt wegen ihrer bundesweiten teilweise unregelmäßigen und lückenhaften Briefzustellung nun auch Ärger mit der Behörde. Die Bundesnetzagentur hat den Konzern in einem Brief offiziell aufgefordert, die bestehenden Mängel zu beseitigen. Andernfalls drohe dem Unternehmen eine Veröffentlichung der Missstände im Amtsblatt der Aufsichtsbehörde, sagte Linda Sydow, Pressesprecherin der Bundesnetzagentur, dem Abendblatt. Wenn die Post nicht kurzfristig überzeugend erläutere, wie sie das Problem nachhaltig und flächendeckend beseitige, werde das Unternehmen gesetzlich zu einer ordnungsgemäßen Zustellung verpflichtet. Als marktbeherrschendes Unternehmen sei die Post verpflichtet, Briefe sechs Tage die Woche einmal täglich zuzustellen.

Die Aufsichtsbehörde hatte in den vergangenen Monaten zahlreiche Beschwerden von Kunden, Verbraucherorganisationen und Politikern aus ganz Deutschland über die Zustände bei der Post erhalten. Danach wurden insbesondere in Ballungsräumen und Großstädten wie Hamburg, Berlin, Köln und Frankfurt die Briefe nicht mehr werktäglich, sondern weniger oft ausgetragen. Vom Hamburger Senat hatte sich Mediensenatorin Karin von Welck (parteilos) über die schlechten Zustände beklagt, berichtete Sydow. So seien in einigen Bezirken wegen Personalmangels und vieler Krankheitsfälle Sendungen nur an zwei bis drei Tagen pro Woche ausgetragen worden (das Abendblatt berichtete).

Die Deutsche Post räumte gestern Fehler in der Vergangenheit ein. "Allerdings ist das Problem mittlerweile behoben", sagte der Postsprecher in Hamburg, Jörg Koens. Das Unternehmen habe als Reaktion auf die Unregelmäßigkeiten bundesweit 1000 Zusteller befristet eingestellt, bestehende befristete Verträge sowie die Wochenarbeitszeiten von einigen Mitarbeitern verlängert. "In Hamburg haben wir derzeit keine Probleme mehr mit der Zustellung", sagt Koens. "Die Weihnachtspost kommt auf alle Fälle an."

Verbraucherschützer begrüßen den regulierenden Eingriff der Bundesnetzagentur. "Es darf nicht sein, dass durch Sparmaßnahmen der Post die Qualität der Zustellung auf der Strecke bleibt", sagte der Vorsitzende des PostKundenForums, Elmar Müller, dem Abendblatt. Das Problem sei von der Post selbst erzeugt worden. "Einige Zustellbezirke wurden so stark vergrößert, dass die Mitarbeiter die Strecke nicht in ihrer Arbeitszeit bewältigen konnten. Dadurch blieb offenbar regelmäßig ein Teil der Post liegen." Allerdings stellt Müller fest, dass die Beschwerden in den vergangenen beiden Wochen deutlich zurückgegangen seien.

"In Hamburg brauchen wir 80 neue fest angestellte Briefträger für die Zustellung, um die Probleme zu beheben. Bisher haben wir 65 befristete Stellen erhalten, sagte der Hamburger Ver.di-Postexperte Wolfgang Abel. "Die Lage hat sich damit verbessert, aber das Problem ist noch nicht gelöst." Die Gewerkschaft will noch dieses Jahr mit dem Postvorstand über weitere personelle Verbesserungen in der Zustellung verhandeln.


Kommt bei Ihnen die Post jeden Werktag? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen an www.abendblatt.de/post

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus