Die Finanzkrise hat die Nachfrage nach Gold und Silber so anwachsen lassen, dass kaum noch physische Ware verfügbar ist. "Wir können längst nicht...

Edelmetalle wie Gold und Silber in Barren oder auch als Münzen sind knapp: Die Haspa kann derzeit längst nicht mehr alle Kundenwünsche erfüllen, heißt es aus dem Edelmetallhandel der Sparkasse.


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Hamburg. Die Finanzkrise hat die Nachfrage nach Gold und Silber so anwachsen lassen, dass kaum noch physische Ware verfügbar ist. "Wir können längst nicht mehr alle Wünsche der Kunden erfüllen", sagt Stefan Rose, Leiter Edelmetalle der Haspa. "Denn die Nachfrage ist exorbitant hoch." Obwohl die Bank im Internet eine komplette Preisliste präsentiert, die nur bei Krügerrand und Silbermünzen die Bemerkung "ohne Ware" trägt, sieht das tatsächliche Angebot viel bescheidener aus. "Wir fragen die Kunden, was sie wollen und versuchen diese Wünsche zu erfüllen", sagt Rose. "Doch die Ware ist sehr knapp." Das betrifft nicht nur Goldmünzen, sondern auch Goldbarren in fast allen Größen.

Auch Internethändler können nur noch ein eingeschränktes Angebot vorweisen. "Wir haben zwar einige Goldmünzen wie Maple Leaf oder Philharmoniker im Angebot, aber beim nächsten Großauftrag können wir schon wieder komplett ausverkauft sein", sagt Martin Siegel vom Anbieter www.westgold.de. Silbermünzen sind dagegen komplett ausverkauft.

Trotz der hohen Nachfrage notiert der Goldpreis noch deutlich unter 1000 Dollar pro Feinunze (31,1 Gramm). Für eine Ein-Unzen-Goldmünze müssen gegenwärtig 663 Euro bezahlt werden. Siegel schätzt den fairen Goldpreis angesichts der Turbulenzen im Finanzmarkt auf 1400 Dollar pro Feinunze. Experten gehen davon aus, dass der Goldpreis manipuliert wird, um nicht zusätzliche Unruhe auszulösen. Der Preis von 1000 Dollar gilt dabei als psychologisch wichtige Marke, die schon einmal im März 2008 erreicht worden war. "Bei den Anlegern ist das Thema Gold noch gar nicht angekommen. Das sind überwiegend Leute, die schon vor Jahren in Gold investiert haben", sagt Siegel.

Eine Entspannung der Angebotslage bei Münzen ist nicht in Sicht. "Bei Goldbarren könnte sich das Angebot in drei bis vier Wochen verbessern", erwartet Siegel. Angesichts des knappen Angebots hatte die Haspa in der vergangenen Woche offensichtlich den Verkauf von Edelmetall an Nichtkunden eingeschränkt. Leser berichteten, Gold würde nur an Haspa-Kunden verkauft.

"Eine solche Anweisung hat es nie gegeben", sagt Haspa-Sprecher Andre Grunert dem Abendblatt. "Jeder kann Edelmetall kaufen, allerdings gibt es Einschränkungen beim Angebot." Da andere Banken in Hamburg Gold und Silber nur an ihre Kunden verkaufen, spielt die Haspa auf diesem Markt eine wichtige Rolle.stp