Die beiden Versicherungen Signal Iduna und Hanse Merkur beteiligen sich an Bietergruppe aus der Hansestadt.

"Hamburg Express" - hier am Containerterminal Altenwerder - gehört zur Flotte von Hapag-Lloyd. Für den Kauf der Reederei liegen jetzt verbindliche Angebote vor - vom Hamburger Konsortium und von der Reederei NOL aus Singapur.

"Hamburg Express" - hier am Containerterminal Altenwerder - gehört zur Flotte von Hapag-Lloyd. Für den Kauf der Reederei liegen jetzt verbindliche Angebote vor - vom Hamburger Konsortium und von der Reederei NOL aus Singapur.
Foto: dpa

Hamburg. Für Hamburgs Traditionsreederei Hapag-Lloyd liegen jetzt - wie erwartet - zwei verbindliche Angebote vor. Das hat die TUI, der Mutterkonzern der Hamburger Reederei, am Freitag bestätigt. "Wir haben verbindliche Angebote bekommen, die nun mit den Investmentbanken ausgewertet werden", sagte TUI-Sprecher Robin Zimmermann dem Abendblatt. "Voraussichtlich bis Mitte Oktober" soll eine Entscheidung fallen. Im Poker um Hapag-Lloyd muss sich der Reiseriese aus Hannover entweder für das Hamburger Konsortium "Albert Ballin" oder für die Großreederei Neptune Orient Lines (NOL) aus Singapur aussprechen. Nach Abendblatt-Informationen hat das Hamburger Konsortium mehr als vier Milliarden Euro geboten. Zu der Bietergruppe, die vom Unternehmer Klaus-Michael Kühne und der M.M.Warburg & CO Gruppe sowie von der Stadt Hamburg und der HSH Nordbank unterstützt wird, gehören nun auch die beiden Versicherungen Hanse Merkur und Signal Iduna.

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Die Stadt Hamburg ist bereit, einen dreistelligen Millionenbetrag beizusteuern. Der Anteil der HSH Nordbank beträgt 100 Millionen Euro. Nicht bestätigt sind dagegen die Anteile der Signal Iduna und der Hanse Merkur, die bei 100 Millionen Euro und einem zweistelligen Millionenbetrag liegen sollen. Die Hamburger Lösung vereine institutionelle, öffentliche und private Investoren mit dem Ziel, Hapag-Lloyd als eigenständige Reederei mit Sitz in Hamburg zu erhalten und den wirtschaftlichen Erfolg fortzusetzen und auszubauen, teilte das Konsortium am Freitag mit.

"Unter schwierigen Umfeldbedingungen haben wir heute der TUI ein gutes Angebot unterbreitet", erklärte Christian Olearius, der Chef der Privatbank M.M. Warburg, der die Hamburgische Seefahrtsbeteiligung Albert Ballin mit Hamburgs ehemaligen Finanzsenator Wolfgang Peiner koordiniert. "Die Albert Ballin GmbH & Co. KG steht bereit, Hapag-Lloyd auf einen guten Kurs in den Heimathafen Hamburg zu steuern", sagte Peiner. Jetzt komme es auf die Entscheidung der TUI an. Der Reisekonzern will seine Containerschifffahrtssparte auf Drängen seines norwegischen Großaktionärs John Fredriksen verkaufen. Dann will sich der Konzern auf sein Geschäft mit Urlaubsreisen konzentrieren.

Die Großreederei NOL will sich erst am Montag zu ihrem neuen Angebot im Detail äußern. NOL-Chef Ronald Widdows hatte jedoch erst am Freitag im Abendblatt-Interview darauf verwiesen, dass "die Interessen von Hapag-Lloyd und der Stadt Hamburg sehr ernst genommen" würden. "Wenn wir als favorisierter Bieter ausgewählt werden sollten, werden wir den direkten Dialog mit den Vertretern von Hapag-Lloyd und der Stadt Hamburg suchen, um deren Interessen in einem möglichen gemeinsamen Unternehmen zu berücksichtigen", so Widdows. Dies sei aber vor der Angebotsabgabe bisher nicht möglich gewesen. Auf die Frage nach der Sicherheit der Arbeitsplätze räumte Widdows jedoch ein, dass "in großen Fusionen dieser Art ein gewisses Maß an Konsolidierung unausweichlich" sei.

Die Stimmung in Hamburg ist vor der Entscheidung in jedem Fall eindeutig aufseiten des Konsortiums aus der Hansestadt. Der Betriebsrat hat mit mehreren Aktionen deutlich gemacht, dass er für die Hamburger Lösung votiert, weil er so die Arbeitsplätze gesichert sieht. Bei der letzten Kundgebung vor der Abgabe der Angebote wurde Klaus-Michael Kühne vor der Hamburger Zentrale der Großspedition Kühne + Nagel von den mehreren Hundert Mitarbeitern der Reederei als potenzieller Retter gefeiert. Kühne, sonst ein eher zurückhaltender Manager, traf vor dem Haus den Hapag-Lloyd-Betriebsratsvorsitzenden Uwe Klein. Dann reckte er die Hände in die Höhe und winkte den Demonstranten zu - wie nach einem Sieg.

Zwar soll es sich bei den nun vorgelegten Angeboten um die offiziell letzte Bieterrunde handeln. Allerdings ist davon auszugehen, dass intern nochmals nachgebessert werden darf.rz/o.p./stü