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Wirtschaft

Winzer: Export wächst um acht Prozent - Biowein im Kommen

Deutscher Wein weltweit gefragt

Deutscher Wein steht derzeit weltweit hoch im Kurs. Nach Angaben des Deutschen Weininstituts (DWI) sind die Exporte im vergangenen Jahr um acht Prozent auf mehr als 3,1 Millionen Hektoliter gestiegen.

Düsseldorf. Wertmäßig erhöhte sich der Absatz sogar um 13 Prozent auf 635 Millionen Euro, berichtete gestern die Geschäftsführerin des DWI, Monika Reule, anlässlich der Weinmesse ProWein in Düsseldorf.

"Dem deutschen Wein geht es im Moment sehr gut, er liegt national wie international im Trend", freut sich Reule vor der am Sonntag beginnenden internationalen Leitmesse. Ein Viertel der exportierten Weinmenge ging nach Großbritannien. Bei Feinschmeckern in den USA stand deutscher Riesling weiter hoch im Kurs. 60 Prozent der Weltanbaufläche für Riesling liegen in Deutschland.

Angesichts eines in Sachen Menge und Qualität sehr guten Jahrgangs 2007 sind die Winzer trotz deutlich gestiegener Kosten für Energie und Glas auch für das Weinjahr 2008 durchweg optimistisch. Beim Export hoffen sie, die Riesling-Erfolgsstory mit qualitativ deutlich verbessertem Spätburgunder zu wiederholen.

Auf der ProWein, die mit 3109 Ausstellern aus aller Welt und rund 30 000 erwarteten Fachbesuchern in Düsseldorf ebenfalls ihren Rekordkurs fortsetzt, zeichnet sich unterdessen ein anderes Topthema ab: Biowein. Nach zunächst vernichtenden Kritiken und jahrelangem Nischendasein hat sich der Ökoweinbau zum Qualitätsmaßstab gemausert. Erstmals widmet die Messe den Bioweinen eine Sonderschau.

Das Biosiegel der Bundesregierung, eigene Regale im Einzelhandel und steigende Nachfrage durch wachsendes Biobewusstsein der Verbraucher - das sind nach Ansicht des einzigen Ökoweinbau-Professors der Welt, Randolf Kauer, die Ursachen dafür, dass den Ökoweinen eine steile Karriere vorausgesagt wird. Verblüffend: Ein echtes Problem mit Belastung durch Pflanzenschutzrückstände gibt es auch beim konventionellen Wein nicht. "Durch die Mostklärung, Gärung und Filtration ist das beim Wein ohnehin marginal", räumt Kauer ein. Was die Branche dennoch besonders hellhörig macht: Mehrere deutsche Spitzenwinzer haben bereits die Konsequenzen gezogen und ihre Güter auf ökologischen Weinbau umgestellt. "Nachdem im Weinkeller alles ausgereizt ist, widmet man sich nun der Qualität der Traube im Weinberg, verzichtet auf Herbizide und leichtlösliche Mineraldünger", so Kauer, der an der Fachhochschule Wiesbaden lehrt.

"Früher hieß es, die Qualität würde durch Bio eher schlechter, heute ist die Diskussion genau umgekehrt", sagt Kauer. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Ökoanbaufläche nun aber verdoppelt. Mit unter drei Prozent Anteil an der gesamten Anbaufläche liegen die deutschen Ökowinzer dennoch hinter ihren Kollegen in Italien und Österreich.dpa/AP

 

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