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Wirtschaft

HSH Nordbank: Belastungen höher als 300 Millionen Euro

Hamburg. Angesichts der hohen Abschreibungen bei einigen Landesbanken wegen der US-Hypothekenkrise wird seit Monaten spekuliert, wie hoch die Belastungen der HSH Nordbank sind. Nun ist klar: Sie liegen bei mehr als 300 Millionen Euro. In erster Linie geht es dabei um ein US-Immobilienkreditportfolio von 300 Millionen Euro, das von der Schweizer Großbank UBS im Auftrag der Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein verwaltet wurde. Es war bereits seit dem vergangenen August als besonders risikoträchtig eingestuft worden, außerdem sind bis Ende des dritten Quartals 2007 schon Abschreibungen von 190 Millionen Euro darauf vorgenommen worden.

"Die Risiken aus diesem Investment haben wir inzwischen voll verarbeitet", sagte HSH-Sprecher Bernhard Blohm dem Abendblatt. Hinzu kämen weitere Abschreibungen, die wegen des eingetrübten Finanzmarktumfelds erforderlich geworden seien. Die Höhe der zusätzlichen Wertberichtigungen stehe noch nicht fest. "Es gibt aber keinen Anlass für Dramatik", sagte Blohm, schon weil man im operativen Geschäft "gut unterwegs" sei.

Das Rätselraten um die Belastungen bei der Landesbank war in den vergangenen Wochen auch zum Thema im Bürgerschaftswahlkampf geworden. Blohm widersprach der Darstellung der SPD, die Landesbank habe die Bilanzpressekonferenz auf einen Termin nach der Wahl am 24. Februar verlegt, um der regierenden CDU nicht durch negative Nachrichten zu schaden: "Die HSH Nordbank und ihre Vorgängerinstitute haben in den zurückliegenden zehn Jahren nie vor dem 28. Februar auch nur vorläufige Zahlen mitgeteilt." Der Termin der Bilanzpressekonferenz ist in diesem Jahr der 4. April.

Dabei gibt es die Hoffnung, wenigstens die Einbußen aus dem von der UBS verwalteten Kreditportfolio erstattet zu bekommen, denn die HSH Nordbank will die Schweizer demnächst auf Schadenersatz verklagen. HSH-Justitiar Wolfgang Gößmann hat Erfahrung in solchen Fällen: Vor drei Jahren klagte die Landesbank aus vergleichbaren Gründen gegen die britische Investmentbank Barclays Capital auf Schadenersatz in Höhe von 151 Millionen Dollar. Man einigte sich außergerichtlich - "für uns ökonomisch günstig", sagte Gößmann dem Abendblatt.

 

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