Arved Fuchs: Was der Polarforscher Hamburger Top-Entscheidern rät
"Ein Unternehmer ist ein Abenteurer"
Teamgeist, Vertrauen, offene Kritik und Motivation - das sind die wichtigsten Prinzipien für erfolgreiche Expeditionsreisen und Manager.
Hamburg. Was bringt 120 Unternehmer dazu, einem Abenteurer zuzuhören? Es sind Geschichten wie die von seiner Wanderung zum Nordpol, die Arved Fuchs am Mittwochabend im hit-Technopark in Harburg erzählt. Zusammen mit sieben Polarexperten ist er 1989 ins Packeis aufgebrochen, zu einer 1000 Kilometer langen Tour. "Zu Beginn der Unternehmung dachte ich noch, das wird toll, wenn so viel erfahrene Menschen zusammenkommen. Aber wie sehr habe ich mich geirrt." Alle Teilnehmer hätten sich zum Anführer berufen gefühlt, keiner habe nachgeben und auf einen der anderen hören wollen. "Wir hatten große Abstimmungsschwierigkeiten." Erst als die Verletzung eines Kollegen alle zwang zusammenzuarbeiten, habe die Reise eine gute Wendung genommen. Fazit: Nur ein Team, das konstruktiv zusammenarbeitet, kann Erfolg haben. Oder: "Eine Gruppe von Alphatieren ist keine Gruppe."
Damit war Arved Fuchs präzise an jenem Punkt, der die Manager am meisten interessierte: Was lässt sich fürs Geschäft von einem Abenteurer lernen? Für Fuchs lautet die wichtigste Erkenntnis: "Auch ein Unternehmer ist ein Abenteurer." Sein Ziel ist der Erfolg - und dieser stellt sich als Abenteurer wie als Unternehmer am besten durch Teamarbeit ein. Die Beschäftigten müssen motiviert und engagiert sein. In Extremsituationen ist aber manchmal auch die einsame Entscheidung des Anführenden gefragt. Vertrauen zu den Mitarbeitern sei genauso wichtig, wie offene Kritik. Was dies konkret bedeutet, erläuterte Fuchs an Beispielen aus seinem Leben.
Fakt sei: "Wir alle wollen Erfolg bei unseren Projekten haben. Wir müssen Erfolg haben. Und wir stehen immer wieder vor unerwarteten Aufgaben und Risiken." Arved Fuchs erzählt seinen Zuhörern, wie er sich systematisch daranmachte, seine Träume zu verwirklichen - mit ungewöhnlichen Methoden. So trainierte Fuchs den Umgang mit extremer Kälte im Kühlhaus eines Schlachthofes. Er besuchte Eskimos im Norden Kanadas, um das Überleben im ewigen Eis zu lernen. Alles mit dem Ziel, selbst eine große eigene Expedition zu starten. "Mein Beruf ist kein Lehrberuf. "Ich musste eigene Wege finden, um mich auf meine Reisen vorzubereiten."
Auf vielen seiner Reisen war Fuchs Expeditionsleiter, also Führungskraft. "Von meinen Entscheidungen hingen nicht selten Menschenleben ab", so Fuchs. Auch an Bord seines Expeditionsschiffes, der "Dagmar Aaen". Oftmals komme es dabei auf Sekunden an. "Dann wird nicht lange diskutiert, dann wird gehandelt." Hin und wieder habe es hinterher Kritik an seinen Entscheidungen gegeben. "Doch damit muss man als Anführer leben können. Damit muss man sich auseinandersetzen." Nur so könne eine Reise weitergehen. "Mein Team gibt mir einen Vertrauensvorsprung, genauso wie ihre Mitarbeiter ihnen ihr Vertrauen schenken. Das darf man nicht missbrauchen." Nur dann würde das Team folgen. "Entscheidend ist bei jedem Projekt die Motivation und das Engagement der Mitarbeiter."
So wählt er die Menschen, die ihn auf seinen Expeditionen begleiten sollen, sorgfältig aus. "Die Begeisterung für meine Arbeit reicht da nicht", sagt er. An der Zusammensetzung eines Teams entscheide sich oft der Erfolg der Unternehmung. "So wie bei ihnen im Unternehmen."




Hartmann
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