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Wirtschaft

Halloween: Dekorationskürbisse gefragt - Anbauflächen werden größer

Schaurig-schönes Geschäft

Spielzeug, Süßwaren und Kostüme: Vom Fest am 31. Oktober wollen immer mehr Händler profitieren. Der Umsatz steigt - 2006 auf 150 Millionen Euro.

Hamburg. Schaurig schaut er mit flammenden Augen und Zickzack-Mund aus seinem kugelrunden Kopf - der ausgehöhlte Kürbis gehört als wichtiges Accessoire zu Halloween wie Hexen und Gespenster. Ursprünglich aus den USA hat das Fest um den 31. Oktober auch im Norden in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Die Wirtschaft verdient gut an dem Fest und auch der Kürbis ist begehrter geworden.

So wuchs in Niedersachsen die Anbaufläche für die orange Frucht laut Landwirtschaftskammer von 94 Hektar (2006) auf 103 Hektar in diesem Jahr. In Schleswig-Holstein stehen 50 Hektar für Kürbisanbau zur Verfügung - der größte Teil davon ist nicht als Gemüse, sondern als Dekoration gedacht. "Einige Betriebe haben den Kürbisanbau stark aufgestockt. Er ist leicht anzubauen, und Events um den Kürbis laufen gut", sagt Björn Ortmanns von Bioland Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Nach Angaben der Centralen Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) werden inzwischen 800 Kürbissorten angebaut.

"Besonders im Trend liegen Hokkaido-Kürbisse aus Japan", so Ortmanns. Der eignet sich jedoch besser für die Suppe als zum Aushöhlen. "Dafür sind Schnitzkürbisse wie Spirit, Rocket oder gelber Zentner geeignet", sagt Bauer Heiner Bartels aus Wennersdorf, "Die verkaufen sich zu Halloween besonders gut." Vor acht Jahren habe er mit 1000 Quadratmetern angefangen und sich besonders im Halloween-Boom der vergangenen vier Jahre auf inzwischen vier Hektar Anbaufläche gesteigert. "Kurz vor dem Fest kommt noch mal ein Verkaufsschub", sagt Bartels.

Doch nicht nur die Landwirtschaft profitiert vom importierten Geisterfest. Der Halloween-Gesamtumsatz wird vom Deutschen Verband der Spielwaren-Industrie (VDKL) auf mehr als 150 Millionen Euro geschätzt. Allein der Umsatz mit Halloween-Spielwaren, Kostümen und Schminke lag 2006 etwa bei 24 Millionen Euro. "Ein Jahr zuvor waren es noch 20 Millionen Euro, so ergibt sich ein Anstieg um 20 Prozent", sagt Dieter Tschorn von der Fachgruppe Karneval im VDKL, der für sich beansprucht, Halloween in Deutschland bekannt gemacht zu haben. 2006 wurden bundesweit in den wenigen Wochen 13 000 Kinderkostüme, 25 000 Hüte und mehr als zwei Millionen Schminksets verkauft. Zu den Spielwaren kommen immer mehr neue Bereiche. Inzwischen bieten Bäcker Halloween-Muffins an, Freizeitparks feiern Gruselfeste und auch Gastronomie und Handel verdanken dem Spektakel Umsatzzuwächse.

Seit 2005 verkauft auch Discounter Lidl Halloween-Artikel. "Das war ein Wunsch der Kunden. Jetzt haben wir zwölf Dekoprodukte und sechs Nahrungsmittel im Regal", sagt Sprecherin Margarete Preuss. Darunter Fensterbilder, süß-saure Kürbisse und Gruselschokolade.

Besonders Süßwaren im Grusellook sind beliebt. Die Firma Haribo verkauft im Oktober vier spezielle Produkte wie den Horror Mix mit Würmern oder Vampire aus Fruchtgummi und Lakritz. "Halloween hat sich in den letzten fünf Jahren zu der drittstärksten Saison nach Weihnachten und Ostern entwickelt", sagt Haribo-Sprecher Marco Alfter.

"Süßigkeiten sind auch bei uns der Renner - egal ob Gummifinger, Blutbeutel oder Augenlollis", bestätigt Magrit Glor vom Hamburger Partyzubehörgeschäft Happy Balloon. Dieses Jahr lägen Fototapeten im Trend, die als Geisterwald oder Friedhof Gruselstimmung hervorzaubern.

Das hätte wohl keiner der alten Kelten gedacht, die im sechsten Jahrhundert vor Christus die Jahreswende feierten und am Lagerfeuer böse Geister austrieben. Aus den Geistern machten die Amerika Gruselgestalten, die inzwischen auch in Europa prominent sind. Kein Wunder, dass Glor jetzt Gebäckzangen und Salatbesteck in Form von Knochenhänden verkauft: "Die sind in diesem Jahr neu und sehr begehrt."

 

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