Preisanstieg: Ein Liter Super bald teurer als 1,50 Euro?
Bundesbank: Sorge um Inflation
FRANKFURT. Bundesbank-Präsident Axel Weber hat sich besorgt über den Preisanstieg in Deutschland geäußert. "Als Notenbank machen wir uns in der Tat Sorgen", sagte Weber dem "Tagesspiegel am Sonntag". "Was beunruhigt, ist der Anstieg der Preise auf breiterer Front, also nicht nur bei Energie und Nahrungsmitteln." Bis zum Jahresende könne die Inflation in Deutschland "bis auf eine Rate von drei Prozent steigen". Einziger Trost für die Verbraucher sei, dass die Effekte der Mehrwertsteuererhöhung auf die Inflationsrate weitgehend verarbeitet seien.
Tatsächlich hatte die Jahresteuerung in Deutschland im September den höchsten Stand seit zwei Jahren erreicht. Zum Vergleich: Im September 2005 betrug sie 2,5 Prozent. Die Verbraucherpreise zogen im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Prozent an. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat sich zum Ziel gesetzt, in den Euro-Staaten die Preisstabilität nicht über zwei Prozent steigen zu lassen.
Die hohe Teuerungsrate ist vor allem auf die Preisentwicklung bei Mineralölprodukten um rund neun Prozent zurückzuführen. Im Jahresvergleich stiegen zudem die Strompreise stark um 7,4 Prozent an. Darüber hinaus verteuerten sich auch die Lebensmittel stark. Allein für Butter zahlt man 43,1 Prozent mehr, für Vollmilch 13,5 Prozent.
Und die Spirale nach oben geht weiter. Angesichts des rasant steigenden Ölpreises halten Ökonomen einen Benzinpreis von 1,50 Euro pro Liter für möglich. Die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Claudia Kemfert, hält laut "Bild" sogar einen Preisanstieg über die 1,50-Euro-Marke für möglich, falls der Euro gegenüber dem Dollar wieder an Wert verliere.



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