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Wirtschaft

AOL will Nutzerzahl bis Ende 2007 verdoppeln

Hamburg. Nach dem Verkauf der Internet-Zugangssparte an HanseNet sieht sich AOL Deutschland wieder auf Wachstumskurs. "Wir werden die Reichweite unseres Portals AOL.de bis Jahresende von 2,5 auf fünf Millionen Nutzer verdoppeln", sagte der Chef des Hamburger Onlineunternehmens, Thorsten Ahlers, dem Abendblatt. Er führte dies vor allem auf neue Medienkooperationen wie etwa mit Welt.de, Autobild, Chip oder der Online-Community Stayfriends zurück.

Wie eine Studie des Marktforschers Nielsen zeigt, belegt AOL mitsamt seinen Kommunikationsdiensten ICQ, E-Mail und Instant Messenger bei der Nutzungsdauer unter allen Internetanbietern Rang eins. Im Mai verbrachten deutsche Surfer mehr als 3,4 Milliarden Minuten auf den AOL-Seiten, womit das Unternehmen vor Ebay (2,7 Milliarden) und T-Online (1,6 Milliarden) liegt.

Zur guten Entwicklung beigetragen hätten auch mehr als eine halbe Million neue Portalnutzer von HanseNet. AOL betreibt für die Telekommunikationsfirma aus Hamburg seit Jahresbeginn deren zentrale Start- und Informationsseite. Die Kooperation läuft zunächst fünf Jahre, in denen AOL keine anderen Kunden aus der Branche unter Vertrag nehmen darf. Dafür sieht Ahlers in den Bereichen Reise, Handel und Auto großes Potenzial für Internetdienstleistungen von AOL. "Wir sind in einigen vielversprechenden Gesprächen über eine Zusammenarbeit", sagt er. AOL will neben dem eigenen Geschäft zunehmend Onlineportale externer Kunden betreiben und mit Inhalten sowie Kommunikationsdiensten ausrüsten.

Ganz oben auf der Agenda von AOL steht zudem die Europaexpansion. Zu Deutschland, Frankreich, England, Niederlande und Österreich sollen dieses Jahr drei weitere Länder hinzukommen, in denen das Unternehmen Angebote in der Landessprache betreibt. Ahlers: "Ziel ist es, nahezu alle europäischen Bürger mit unseren Diensten erreichen zu können."

Inwieweit sich die positive Geschäftsentwicklung auf die Bilanz von AOL Deutschland auswirkt, konnte der Manager nicht beziffern. Wie aus Branchenkreisen verlautet, sollen 2008 schwarze Zahlen geschrieben werden. Ursprünglich sei dies erst für 2010 erwartet worden. AOL kommentierte die Angaben nicht.

Nach dem Verkauf der Internetzugangssparte beschäftigt das Unternehmen 170 Mitarbeiter in der Hansestadt. Der Großteil der ehemaligen Hamburger Belegschaft ist zu HanseNet in die City Nord gewechselt, rund 100 Mitarbeiter wurden entlassen. Ahlers: "Einige neue Funktionen haben wir aber bereits wieder aufgebaut." Zudem habe AOL mehr als zehn offene Stellen. "Besonders in den Bereichen Media Sales und Suchmaschinenoptimierung suchen wir, aber gute Leute sind rar."

 

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