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Wirtschaft

Tarife: Erneut billiger

Preiskampf um das schnelle Internet

HanseNet und Kabel Deutschland locken mit günstigen Angeboten Neukunden. Arcor zieht nach.

Hamburg. Fast kann einem die Deutsche Telekom leid tun: Gerade zehn Tage ist es her, als der von Arbeitskampf und Kundenschwund geplagte Ex-Monopolist Preissenkungen bei seinen Internet- und Telefonpaketen ankündigte (das Abendblatt berichtete). Doch ob der Exodus Hunderttausender Kunden damit gestoppt wird, scheint fraglich: Denn der Preisabstand zu den meisten Wettbewerbern bleibt wohl bestehen.

Am 4. Juni treten die neuen Telekom-Tarife in Kraft. "Call & Surf Comfort" mit einem sechs Mbit/s schnellen DSL-Anschluss sowie Surf- und Festnetzpauschale (nur ins T-Com-Netz) kostet dann noch 44,95 Euro. Gestern zogen HanseNet und Kabel Deutschland nach: Ebenfalls zum 4. Juni locken beide Anbieter Neukunden mit attraktiven Tarifen: HanseNet senkt die monatliche Grundgebühr für seine "Alice"-Produkte um fünf Euro. Das mit dem Telekom-Tarif vergleichbare Paket "Alice Fun Flat" (DSL mit vier Mbit/s, Doppelflatrate) etwa kostet für neue Kunden, die sich bis 30. Juni anmelden, dann dauerhaft 34,90 Euro. Bestandskunden kommen allerdings nicht in den Genuss der Ersparnis. Eine Verlängerung der Aktion über den 30. Juni hinaus sei bisher aber nicht geplant, sagt HanseNet-Sprecher Carsten Nillies.

Auch Kabel Deutschland geht in die Offensive: Neue Kunden erhalten die Telefonflatrate ins deutsche Festnetz beim Paket "Comfort" (ehemals "Comfort+") im ersten Jahr kostenlos, sodass für den DSL- und Telefontarif monatlich nur 29,90 Euro statt 39,90 Euro fällig werden. Zudem erhöht der Kabelanbieter die Internet-Bandbreite auf bis zu sechs Mbit/s. Ab dem 13. Monat (Vertragslaufzeit zwölf Monate) erhöht sich die Monatsgebühr dann um zehn Euro.

"Wir wollten ohnehin die Preise senken. Aber wenn die Telekom etwas macht, sollte man nicht warten", sagt Nillies. Das tun auch die übrigen Wettbewerber nicht: Arcor-Chef Harald Stöber bekräftigte gestern, dass er den Marktführer mit seiner Preissenkung nicht allein lassen werde. "Die Telekom wird keine wochenlangen Vorsprünge bekommen." Marktbeobachter gehen davon aus, dass Arcor sehr bald eine Preissenkung ankündigt.

Konkurrent Versatel, der schon lange mit attraktiven 34,98 Euro für die Telefon- und DSL-Flat wirbt, rüstet dafür im Mobilfunk nach. Wie bei fast allen anderen Anbietern sollen Versatel-Kunden ab dem Sommer einen Bündel aus Internet-, Telefon- und Handy-Anschluss buchen können. Dabei greift der Anbieter auf das Netz von E-Plus zurück.

"Der Branchentrend ist, dem Kunden viele Services aus einer Hand zu verkaufen", sagt Telekommunikationsexperte Harald Boveland von Steria Mummert Consulting. Da der DSL-Markt im Vergleich zu Mobilfunk und Festnetztelefonie als einziger wachse, sei der Kampf um neue Kunden besonders intensiv. "Wir sehen gerade eine neue Preisspirale", so Boveland. Eine weitere Konsolidierung sei wahrscheinlich.

 

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