US-Tabakriese Philip Morris siegt vor Gericht
WASHINGTON. Nach mehreren empfindlichen Niederlagen in Gerichtsverfahren um den Tod von Rauchern hat die US-Tabakindustrie einen bedeutenden Sieg vor dem Obersten Gericht in Washington errungen. Der Supreme Court hob gestern ein Urteil aus unterer Instanz auf, das den Zigaretten-Konzern Philip Morris zur Zahlung von rund 80 Millionen Dollar Schadenersatz an die Witwe eines an Lungenkrebs gestorbenen Rauchers verpflichtet hatte.
Das höchste Richtergremium der USA fasste das Urteil mit der knappstmöglichen Mehrheit von fünf zu vier Stimmen. Das Urteil dürfte Hoffnungen der US-Tabakindustrie auf eine Begrenzung der Schadenersatzklagen von erkrankten Rauchern und Hinterbliebenen Auftrieb geben. In dem Verfahren ging es um den Marlboro-Raucher Jesse Williams, der 1997 an Lungenkrebs gestorben war. Das Oberste Gericht des Bundesstaats Oregon hatte Williams' Witwe rund 80 Millonen Dollar Schadenersatz zugesprochen. Das Oberste Gericht hob das Urteil nun auf, weil es der Begründung für die Höhe der Strafzahlungen nicht folgte. Dem US-Zivilrecht folgend hatte das Gericht in Oregon die Summe aus zwei Faktoren zusammengerechnet: Als direkte Entschädigung für den Tod ihres Mannes erhielt die Witwe nur 821 000 Dollar. Der Rest von 79,5 Millionen Dollar stellte eine Strafzahlung für die Werbung dar, mit der Philip Morris die Gefahren des Rauchens verharmlost habe. Das Oberste Gericht argumentierte nun, Philip Morris könne nicht für den Schaden belangt werden, den andere Raucher durch Zigaretten erlitten haben.



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