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Wirtschaft

Strom: Wechsel spart bis zu 125 Euro

Energie: Günstige Anbieter. Vattenfall Hamburg hat die Preise zum 1. Mai um 5,1 Prozent erhöht. Immer mehr Wettbewerber drängen auf den Markt.

Hamburg. Es kommt wieder Schwung in den liberalisierten Strommarkt. Zwar hat der Versorger Vattenfall die Preise in Hamburg zu Monatsbeginn um 5,1 Prozent erhöht, doch die Wettbewerber ziehen nicht - wie in den vergangenen Jahren üblich - automatisch nach. Im Gegenteil. "Die Preisdifferenzen zwischen den Tarifen sind größer geworden", sagt Peter Floyd Reese vom Internet-Informationsdienst Verivox dem Abendblatt. Ein Vergleich lohnt: Eine Familie (3500 kWh, Tarif Vattenfall Classic) kann bis zu 125 Euro im Jahr sparen, ein Single-Haushalt immerhin fast 44 Euro.

Der Grund: Es drängen immer mehr Anbieter auf den Markt. "Vor allem in Hamburg und Berlin verschärft sich nach den Vattenfall-Preiserhöhungen der Wettbewerb", sagt Energieexperte Reese. Fast täglich nimmt Verivox neue Tarife in seine Datenbank auf, vor allem von den Stadt- und Regionalversorgern. "Etwa 100 von ihnen bieten zunehmend auch außerhalb ihrer angestammten Versorgungsgebiete an", sagt Reese und nennt die Flensburger Stadtwerke und den südhessischen Anbieter Eprimo als Beispiele. Mit ihren Tarifen belegen sie mittlerweile Spitzenplätze in der Liste der günstigsten Anbieter für Hamburg. Auch Yello Strom, eine Tochter des Energieriesen EnBW, tummelt sich nach langer Abstinenz wieder auf den vorderen Plätzen. Insgesamt zieht der Stromexperte deshalb eine positive Bilanz: "Heute ist das Angebot an Alternativen so groß und attraktiv wie niemals zuvor."

Verbraucherschützer kritisieren allerdings, daß einige der besonders günstigen Anbieter ihre neuen Kunden mit Sonderkonditionen locken und zum Teil nur deshalb auf den vordersten Tabellenplätzen landen. Beispiel Yello: Hier erhalten Neukunden bis Mitte Mai eine einmalige Wechselprämie von 20 Euro. Bleibt man nach einem Jahr Kunde bei Yello, gibt es diese Prämie aber nicht noch einmal - und das Angebot sieht dann auch nicht mehr ganz so günstig aus. Beim Anbieter Geno aus Stuttgart gibt es noch bis Ende Mai einen Aktionsrabatt von drei Prozent pro Kilowattstunde auf den Nettoarbeitspreis. Angerechnet werden die drei Prozent "mindestens bis Ende des Jahres", verspricht das Unternehmen. Eine Garantie darüber hinaus gibt es nicht.

Besonders interessant, aber auch umstritten, ist das Angebot von Flexstrom (nicht in der Tabelle aufgeführt). Die Berliner führen bei den meisten Vergleichen im Internet fast immer mit Abstand die Liste der günstigsten Anbieter an. Das Prinzip: Der Kunde kauft Jahresstrompakete (1200, 2400, 3600, 5600 Kilowattstunden) und zahlt dafür im voraus. "Das Verfahren ist in Schweden und Großbritannien durchaus üblich", sagt Flexstrom-Sprecher Dirk Hempel dem Abendblatt. Mehr als 60 000 Kunden habe man so schon gewonnen.

Helmut Gumtau, Energieexperte bei der Hamburger Verbraucherzentrale, rät ab: "Wir empfehlen das Modell nicht." Der Kunde müsse genau wissen, wie hoch sein Stromverbrauch in den kommenden zwölf Monaten sei. Wer sich verschätze, müsse die zusätzlichen Kilowattstunden teuer bezahlen. Wer weniger verbrauche als im Paket gekauft, verliere möglicherweise Geld. Verivox-Experte Reese sieht das alles eher gelassen. "Wer die Toleranzgrenze von zehn bis 20 Prozent nicht überschreitet, büßt den Preisvorteil nicht ein." Allerdings hätten sich Verbraucher gegenüber Verivox zum Teil negativ über den Service bei Flexstrom geäußert. Prinzipiell sei der Wechsel zu einem neuen Anbieter einfach, etwa per Anruf oder über das Internet. Der zukünftige Anbieter übernehme alle Formalitäten.

 

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