Ford, Opel, Ferrari - was wurde aus den anderen Auto-Familien?
Hamburg. Die Nachfahren des US-Autobauers Henry Ford (1863-1947) halten nur noch gut sechs Prozent der Aktien, aber mit 40 Prozent die Mehrheit der Stimmen und drei von 14 Aufsichtsratssitzen der "Ford Motor Company" in Dearborn bei Detroit.
Dem Firmengründer, Erfinder der Fließbandarbeit und Konstrukteur der legendären "Tin Lizzy", folgten Sohn Edsel Ford (1893-1943) und Enkel Henry Ford II. (1917-1987). Dessen Bruder William Clay Ford (89) heiratete Martha Parke Firestone aus der US-Reifendynastie, Sohn William Clay Ford jr. (48) ist der heutige Chef des Hauses. Er durchlief die verschiedensten Stationen und trat 1999 an die Spitze des Verwaltungsrats. Nach einem verlustreichen Jahr verzichtete er auf sein Gehalt und zog mit Ehefrau Lisa und vier Kindern in ein Reihenhaus, in dem er noch heute lebt.
Adam von Opel (1837-1895) aus Rüsselsheim baute Nähmaschinen und Fahrräder. Er hatte fünf Söhne: Karl, Wilhelm, Heinrich, Fritz und Ludwig. Drei Jahre nach dem Tod des Gründers stellten sie die Firma auf Autos um, größter Erfolg war der "Laubfrosch". 1929 verkauften Wilhelm und Fritz von Opel das Unternehmen für die enorme Summe von 125 Millionen Reichsmark an den weltgrößten Autokonzern General Motors. Alle Opel-Söhne fuhren Radrennen, einige Enkel und Enkelinnen Autorennen, und Fritz von Opel brachte es mit dem ersten Raketenflug zu höherem Ruhm.
Georg von Opel aus der dritten Generation baute 1936 in Frankfurt ein Autohaus auf, das sein Sohn Gregor von Opel vor einigen Tagen wegen großer Absatzschwierigkeiten an die Deutsche Bank und einige angelsächsische Investoren verkaufte. Zum weitverzweigten Familienclan gehört auch Gunther Sachs durch seine Mutter Elinor, einer Enkelin Adam von Opels.
Kaum eine andere Unternehmerfamilie sah sich so vom Schicksal verfolgt wie die Erben des Kavallerieoffiziers Giovanni Agnelli, der 1899 mit sieben Partnern die "Fabrica Italiana Automobili Torino" (FIAT) gründete und den "Topolino" ins Rennen schickte. Sohn Edoardo war ein Playboy und stürzte 1935 mit dem Flugzeug ab. Nachfolger des 1945 verstorbenen Großvaters wurde Sohn Giovanni Alberto Agnelli. Dessen Sohn Giovanni (1921-2003) zog mit Rita Hayworth, Anita Ekberg oder Jackie Kennedy durch die Nachtklubs, doch als er FIAT 1966 übernahm, erwies er sich als würdiger Nachfolger des Gründers.
Aber auch ihm folgte der Familienfluch: Sein Sohn Edouardo scheiterte, nahm Drogen und sprang im November 2000 von einer Brücke. Der gebrochene Vater legte die Nachfolge drei Jahre später auf dem Sterbebett in die Hände seines Bruders Umberto, der ebenfalls seinen Sohn verloren hatte: Der tüchtige und tiefgläubige Giovanni war schon 1997 einer unheilbaren Krankheit erlegen. Seit Umberto im Mai 2004 an Lungenkrebs starb, ruhen die Hoffnungen des Clans auf Giovanni Agnellis Enkeln John (29) und Lapo Elkann (27) aus der Ehe der Agnelli-Tochter Margherita mit einem französischen Journalisten - einen männlichen Namensträger besitzen die Agnellis nicht mehr.
Der geniale Konstrukteur Enzo Ferrari (1898-1988) verlor schon früh seinen Sohn und Erben Dino (1932-1956) und verkaufte seine Firma 1969 an FIAT. Sein unehelicher Sohn Piero Lardi-Ferrari hält heute noch zehn Prozent.
In Vorstand und Aufsichtsrat von Peugeot sind noch sechs Nachfahren des französischen Auto-Pioniers Armand Peugeot (1849-1915) aktiv. Die Familie hält gut 29 Prozent des Aktienkapitals.




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