Anteilsverkauf ein Armutszeugnis
Kommentar
Der Bund zieht sich als Eigentümer aus der Deutschen Post zurück. Damit übergibt der Staat erstmals einen Teil seiner ehemals maroden Bundesbehörde in die vollständige Privatisierung - und zwar als international aufgestellten Logistikkonzern mit guten Zukunftschancen. Der Schritt kommt vor allem Anlegern zugute: Der Anteil des Streubesitzes dürfte mittelfristig steigen - und die Aktie attraktiver werden.
Leidtragende könnten die Postkunden werden. Es ist nicht auszuschließen, daß die Post spätestens nach dem Fall des Briefmonopols 2008 ihren Service weiter einschränkt, um Kosten zu senken - wie dies schon durch den Abbau Tausender Briefkästen und Filialen geschehen ist. Schließlich ist die Post börsennotiert und künftig mehr denn je den Interessen der Privatanleger - und hoher Dividenden - verpflichtet statt einer allgemeinen Grundversorgung. Für den Staat bleibt es ein Armutszeugnis, daß er seine Anteile nur verkauft, um Haushaltslöcher zu stopfen, statt zukunftsweisende Projekte mit den erlösten Milliarden anzuschieben.




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