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Wirtschaft

Große Nachfrage - Fischstäbchen teurer

Seelachsfilet auch in China immer beliebter. Jetzt steigt der Preis

Hamburg. "Stellen Sie sich vor, daß plötzlich eine Milliarde Chinesen Fisch essen statt Reis", sagt Felix Ahlers. "Dann wird das Angebot knapp. Und die Preise gehen hoch." Ahlers, Vorstandsmitglied der Frosta AG, muß es wissen. Fischstäbchen sind eines der Hauptprodukte des Tiefkühlspezialisten aus Hamburg. Im Zuge steigender Nachfrage sollen die knusprig-panierten Alaska-Seelachs-Stäbchen jetzt teurer werden. Laut Ahlers um zehn Prozent. Das heißt: Die 300-Gramm-Packung Piraten Stäbchen, die derzeit für einen Durchschnittspreis von 1,79 Euro zu haben ist, verteuert sich um rund 18 Cent.

Mit steigendem Wohlstand essen die Chinesen mehr Fisch. "Die Nachfrage ist massiv gestiegen, mit der Folge, daß Fisch in diesem Jahr um zehn bis 30 Prozent teurer wird", sagt Matthias Keller, Leiter des Fisch- und Informationszentrums Hamburg. Das mache sich auch beim Hering bemerkbar. "Hier sorgen Aufkäufe durch Rußland und die Ukraine dafür, daß sich die Auktionspreise um bis zu 50 Prozent erhöht haben", so Keller. Insgesamt steige der Fischverbrauch in diesen Ländern drastisch an.

Laut einer Studie des Internationalen Forschungsinstituts für Nahrungsmittelpolitik wird der Verbrauch zudem in den Entwicklungsländern von 62,7 Millionen Tonnen im Jahr 1997 auf 98,6 Millionen Tonnen im Jahr 2020 klettern. In den großen Industrienationen werde der Fischverbrauch im selben Zeitraum voraussichtlich nur noch um vier Prozent auf 30 Millionen Tonnen steigen.

Schon heute ist das Produkt Fisch "im Aufwärtstrend", sagt Keller. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch an Fisch und Fischwaren stieg im vergangenen Jahr bundesweit von 14 auf 14,4 Kilogramm. In Hamburg war er sogar noch höher mit 15,2 Kilogramm pro Haushalt. Besonders beliebt war Alaska-Seelachs (knapp 30 Prozent der verzehrten Fische), der unter anderem in den Fischstäbchen steckt. Tiefkühlhersteller Frosta bekommt den Trend zu spüren. 2004 verkaufte das Unternehmen rund 15 000 Tonnen Fischstäbchen und erwirtschaftete damit circa 15 Prozent des Gesamtumsatzes von 280 Millionen Euro.

Vorstand Ahlers begründet die Preiserhöhung mit einem weiteren Argument: "Wir verwenden ausschließlich Fisch aus MSC-zertifizierter bestandserhaltender Fischerei und tragen damit zum Erhalt der Fischvielfalt bei." Die Fischerei-Firmen, die Geld für die Zertifizierung ausgeben, erklärt Fischexperte Keller, wollten das wieder reinholen. Auch Fischstäbchenproduzent Iglo verwendet seit kurzem für seine Stäbchen nur noch Filets aus bestandserhaltender Fischerei. "Wir heben die Preise dennoch nicht an", sagt Sprecherin Ute Sievert. "Vorerst nicht."

 

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