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Wirtschaft

Volkswagen und die Korruption

Korruption im Volkswagenkonzern - das ist kein neues Thema für die Wolfsburger. Schon Ende der 90er Jahre gab es erste Medienberichte über einen großen Schmiergeldring, bei dem auch VW-Konzernmitarbeiter Millionenbeträge von Lieferanten der Autoindustrie kassiert haben sollen. "Der Spiegel" spekulierte im Sommer 1999 sogar über ein europaweit funktionierendes Netzwerk.

Es ging um versteckte Provisionszahlungen an Firmen in Liechtenstein oder auf der Kanalinsel Guernsey. Und um Manager, die sich, so der Bericht, seit 1997 "wie selbstverständlich" aus der Kasse des VW-Konzerns bedient haben sollen. Die Ermittler stießen damals auf diverse verdächtige Konten, Unterkonten und versteckte Beteiligungen. In der Einkaufsabteilung des Wolfsburger Autobauers wurden Unterlagen beschlagnahmt, die Villa eines Ex-VW-Chefeinkäufers auf dem Konzerngelände durchsucht.

Einer der Hauptakteure in der Schmiergeldaffäre soll ein Freund des VW-Spitzenmanagers und Chefeinkäufers Jose Ignacio Lopez gewesen sein (VW hatte Lopez von Opel abgeworben, wo er den gleichen Job ausübte). Dieser Bekannte, wie Lopez Ex-Manager bei General Motors (Opel), soll mit seiner Firma Automotive Supply Development (ASD) auf Guernsey mit am stärksten von den damaligen Schmiergeldern profitiert haben. Angeblich fünf Prozent soll ASD von VW-Zulieferern für Aufträge des Konzerns und seinen Tochterfirmen kassiert haben.

Zumindest in einem Korruptionsfall bei VW wurde später ein Urteil gefällt: Ende 2003 verurteilte das Landgericht Braunschweig einen ehemaligen VW-Mitarbeiter zu vier Jahren Haft. Er hatte von 1998 bis 2002 Zulieferfirmen Aufträge zugeschanzt und dafür 1,25 Millionen Euro Schmiergeld kassiert. (HA)

 

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