. . . das Männerduo, das eine Golf Lounge errichtet
Hamburg. Peter Merck (38) und Marc Spangenberger (34) freuen sich, wenn es regnet. Regen ist gut für ihren Rasen. Der muß noch etwas wachsen und wird dann bald den für einen Golfplatz typischen kurzen Schnitt erhalten. Am 16. Juli geht es los, dann sollen die ersten Gäste aus den Terminals von Hamburgs neuer City-Golfanlage abschlagen können.
Merck und Spangenberger haben den Gründerpreis in der Kategorie Existenzgründer gewonnen, weil sie mit ihrer Golf Lounge ein innovatives Projekt nach Hamburg bringen; ein Projekt, dessen Bau in diesen Tagen mit großen Schritten vorangeht. Die riesigen Pfeiler für die Netze, die das 175 Meter lange Gelände an den Elbbrücken beim Holiday Inn abschirmen sollen, ragen bereits hoch in den Himmel. Und das dreistöckige Gebäude, das 45 Abschlagsplätze bieten wird, ist auch schon gut zu erkennen.
Die beiden Gründer haben sich die Idee eines Golfübungsplatzes von den Japanern abgeschaut: Allein in Tokio gibt es bereits mehr als 100 solcher Anlagen. Die Idee ist nicht neu, doch darüber, ob sich die Spielwiese für gestreßte Großstadtmenschen auch in Deutschland rechnet, haben Merck und Spangenberger zwei Jahre gebrütet. Immerhin investieren sie eine Million Euro in die überdachte Driving Range, die drei Zielgrüns in 100, 140 und 160 Meter Entfernung von den Abschlagsplätzen bietet.
Eine Million Euro für ein Projekt, das wegen seiner Neuartigkeit alle Beteiligten vor große Herausforderungen stellt. "Welcher Architekt hat schon einmal ein Gebäude gebaut, das vorne offen ist, damit Bälle dort herausfliegen können?", beschreibt Merck die schwierige Suche nach Spezialisten. Und welche Firma stellt Pfeiler für die Sicherheitsnetze her, die wegen ihrer Höhe von 26 Metern eine tonnenschwere Belastung bringen?
Inzwischen haben die beiden Golfer alle diese Probleme gelöst. "Das alles ist und war viel Arbeit. Es ist aber angenehme Arbeit, weil wir ein klares Ziel vor Augen haben", sagt Spangenberger, der zuvor als Marketingleiter in der Fitnessbranche tätig war. "Wir könnten uns eigentlich jeden Morgen um vier Uhr zum Joggen treffen", ergänzt Merck. "Es gehen einem soviel Dinge durch den Kopf, der Schlaf bleibt da oft auf der Strecke", so der Familienvater über das Gefühl, ein eigenes Unternehmen zu gründen.
Und auch wenn die Golf Lounge mit drei festangestellten Mitarbeitern und freien Trainern in gut drei Wochen dem Publikum offensteht, werden die jungen Männer ihr Engagement nicht zurückschrauben. Die Anlage wird täglich von acht bis 22 Uhr geöffnet haben, und "wir selber werden dafür sorgen, daß Anfänger und Golfer viel Spaß haben", sagt Spangenberger.
Das Konzept der Golf Lounge sieht von der Anzahl der gespielten Bälle abhängige Preise vor. Eine Schnupperstunde mit Golftrainer kostet zehn Euro, ein Einzeltraining für Fortgeschrittene ab 35 Euro. In Kooperation mit Golfclubs aus dem Hamburger Raum können Gäste sogar die Platzreife machen. Ein entsprechender Kurs wird ab 250 Euro angeboten.




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