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Wirtschaft

Mutmacher aus Hamburg

Steiniger Weg in die Selbständigkeit: Show in der Handelskammer gibt Anregungen für Existenzgründer.

Hamburg. Die Leute standen Schlange, drückten sich die Nasen platt am Schaufenster - und Stephanie Mette war glücklich. Vor einigen Wochen hatte die Hamburgerin ihre erste eigene Auktion für Schmuck und Antiquitäten veranstaltet. "Und ich mußte sogar Besucher abweisen, das hätte ich mir niemals erträumt", sagt die 47jährige über ihren Schritt in die Selbständigkeit mit ihrem "Mette Auktionshaus" am Lehmweg in Eppendorf.

Schwierige Zeiten hatte die Schmuckkennerin vorher durchleben müssen. Hatte bei einem bekannten Hamburger Auktionshaus den Job verloren, entschied sich, selbständig weiterzumachen und holte sich schließlich Rat beim Hamburger Verein "Senioren helfen jungen Unternehmern". "Ich würde jedem Existenzgründer empfehlen, sich helfen zu lassen beim Schritt in die Selbständigkeit", rät Mette. Rita Mirliauntas vom Vorstand des Vereins, der mit 30 ehemaligen Managern und Unternehmern Gründer berät, half ihr bei vielen Fragen: Wie erstelle ich den Businessplan, welche Rechtsform wähle ich, was gibt es steuerlich zu beachten?

Und sie öffnete die Tür zum Kredit. 12 000 Euro brauchte die gelernte Goldschmiedin und Auktionatorin als Startkapital für Software und Werbung, ungünstigerweise auch noch Dinge, die Banken als Sicherheit nicht verwerten können.

Auch hier halfen die Kontakte des Vereins, der 15 Euro pro Stunde für die Beratung berechnet. "Wir arbeiten bereits über Jahre mit den Banken zusammen. Sie wissen, daß wir die Antragsteller, mit denen wir oft gemeinsam zur Bank kommen, vorher auf Herz und Nieren prüfen", sagt Mirliauntas.

Jetzt revanchiert sich Stephanie Mette für die Hilfe des Vereins: Sie wird am kommenden Dienstag gemeinsam mit 20 weiteren Existenzgründern aus Hamburg bei der Mutmachershow auftreten, die die Senioren zusammen mit HEI, der Hamburger Initiative für Existenzgründungen und Innovationen, sowie der Wirtschaftsbehörde veranstalten (siehe rechts).

Auch Fabian Georg Heintze (33) wird sich dort präsentieren und berichten, wie er sein Franchisesystem für Anwälte zum Erfolg machte. Der Hamburger, selber Jurist, hatte sich in seiner Doktorarbeit mit dem Gedanken beschäftigt, wie Anwälte die liberalisierten Werbevorschriften für sich nutzen können. Und warum es bisher kein Franchisesystem für den Berufsstand gebe. Kurzerhand gründete er selber die Legitas, der bereits neun Kanzleien, davon fünf in Hamburg angeschlossen sind. Sie alle nutzen den Namen Legitas als Logo auf Visitenkarten und Briefen und bekommen von Heintzes Büro Unterstützung in der Kanzleiorganisation.

Heintzes Gedanke dabei: Die Anwälte können eine gemeinsam durch Werbung stark gemachte Marke nutzen. Ohne Marke dagegen sei Werbung "rausgeschmissenes Geld". Und ein starker Verbund könne mehr Glaubwürdigkeit vermitteln als ein Einzelbüro mit womöglich ständig wechselnden Partnern im Kanzleinamen. Mit diesen Argumenten habe er auch die "für Juristen typischen anfänglichen Bedenken" zerstreut, sagt Heintze schmunzelnd. Wie etwa die Frage, ob so ein System denn überhaupt erlaubt sei.

 

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