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Wirtschaft

So sicher ist Geld auf der Bank

Ihr Geld: Absicherung für Kundengelder kann im Fall einer Pleite begrenzt sein. Wo Anleger aufpassen müssen, was Verbraucherschützer raten.

Hamburg. Auf der Jagd nach Zinsschnäppchen sollten Verbraucher die Sicherheit ihrer Anlage nicht aus den Augen verlieren. Zwar ist das Geld bei den meisten Kreditinstituten in Deutschland im Fall einer Bankenpleite zu 100 Prozent abgesichert, einige Privatbanken beteiligen die Kunden am Risiko jedoch noch immer mit zehn oder mehr Prozent der Einlagesumme.

Sie verfügen nur über die gesetzliche Mindestsicherung durch die seit 1998 vorgeschriebene Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB), ohne zusätzlich auch im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) Mitglied zu sein.

Das bedeutet im Klartext: Bei ihnen sind die Einlagen nur bis höchstens 20 000 Euro pro Kunde abgesichert - und dies auch nur zu 90 Prozent. Zehn Prozent trägt stets der Anleger im Fall einer Pleite. Wer beispielsweise 10 000 Euro angelegt hat, verliert 1000 Euro. "Anleger sollten solche Banken bei ihrer Geldanlage meiden", empfiehlt Uwe Döhler vom Magazin "finanztest" der Stiftung Warentest. Auf der Internetseite des Bundesverbandes deutscher Banken läßt sich leicht überprüfen, ob eine Bank dem Einlagensicherungsfonds angeschlossen ist (www.bdb.de).

Maximal 20 000 Euro je Kunde sind auch nur bei den türkischen Banken abgesichert, die aus den Niederlanden oder Österreich heraus auf dem deutschen Markt agieren. Dazu gehören vor allem die Finansbank, GarantiBank und Demir Halk Bank (siehe Zinsbarometer auf dieser Seite), die dem niederländischen Sicherungsfonds angehören, sowie die DenizBank, die ihre Kundengelder nach österreichischem Recht absichert. In diesen Nachbarländern sind Kundengelder zwar anders als in Deutschland bis maximal 20 000 Euro zu 100 (und nicht nur 90) Prozent der Summe abgesichert. Der Verbraucher muß seine Ansprüche jedoch schriftlich anmelden, während in Deutschland die Entschädigungseinrichtung automatisch auf den Kunden zukommt, nachdem die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) den Bankbetrieb bei einer Pleite geschlossen hat. Dieser Ernstfall ist seit Inkrafttreten der Regelung 1998 bereits zweimal eingetreten. So ging 2002 die Berliner BkmU-Bank pleite, und im Mai 2003 mußte die Dresdner BFI-Bank Insolvenz anmelden. Wieviel Geld die Kunden dabei verloren haben, ist nicht bekannt. Nach Angaben der BaFin sind beide Insolvenzen noch nicht abgeschlossen.

Bei den meisten Banken sind die Kundengelder in Deutschland jedoch fast unbegrenzt gesichert. Denn mehr als 240 Banken sind dem Einlagensicherungsfonds des BdB angeschlossen, der bei seinen Mitgliedern dort einspringt, wo der gesetzliche Mindestschutz durch die EdB von 20 000 Euro und maximal 90 Prozent aufhört. "Unser Einlagensicherungsfonds übernimmt auch die zehn Prozent, die sonst auf den Kunden entfallen würden, so daß der Schutz auch hier zu 100 Prozent besteht", sagte Kerstin Altendorf vom BdB dem Abendblatt.

Neben den vier großen Instituten Deutsche, Dresdner, HypoVereins- und Commerzbank gehören auch bekannte Tagesgeldanbieter wie die ING Diba, DaimlerChrysler Bank, BMW Bank oder die CC-Bank dazu (siehe Zinsbarometer). "Die Mindestabsicherung liegt bei 1,5 Millionen Euro pro Kunde", so Kerstin Altendorf. Wer höhere Beträge anzulegen hat, kann die genaue Höhe der Einlagensicherung einer Privatbank ebenfalls auf der Internetseite des Bundesverbandes deutscher Banken erfragen.

Auch bei Sparkassen (wie der Haspa), Genossenschaftsbanken (wie den Volks- und Raiffeisen- oder Sparda-Banken) sowie Landesbanken und der Postbank ist das Geld der Anleger zu 100 Prozent sicher. Sie verfügen jeweils durch ihre eigenen Dachorganisationen über Auffangsicherungen, falls einmal ein Institut straucheln sollte. Das gilt sowohl für Einlagen auf Girokonten wie auch für Sparbücher, Tagesgeld, Festgeld oder Sparbriefe.

Wertpapiere sind in der Regel auch ohne Sicherungsfonds sicher, denn Aktien oder Fondsanteile werden von der Bank nur für den Kunden verwahrt. Im Fall einer Pleite kann es jedoch mehrere Wochen dauern, bis das Depot auf die vom Kunden neu gewählte Bank übertragen ist, und in dieser Zeit kann der Kunde seine Papiere nicht verkaufen. Wie verheerend das sein kann, erlebten 2001 die Kunden des Onlinebrokers Systracom. Denn dessen Pleite fiel ausgerechnet in eine Phase, in der die Kurse an der Börse auf breiter Front sanken.rh/ap

 

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