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Wirtschaft

Die Meister der Illusion

Fotostudio: Wie drei Hamburger für ihre Kunden aus Unternehmen und Werbung künstliche Welten schaffen

Hamburg. Ein Fotomodell setzt sich für den Fotografen einer Frauenzeitschrift in Szene. Im Nebenraum wird gerade eine Konstruktion angebracht, die wie eine Straße mit Mittelstreifen aussieht. Und zwischen den Requisiten liegen Teile aus einer Landhausküche. Hochbetrieb in den fünf Studios der Hamburger Firma H2E. Konstantin Eulenburg, Rudolf Heidicker und Ernst Holtmann schaffen künstliche Welten. In den von ihnen gegründeten Studios entstehen Werbefotos, die aussehen als wären sie in der Karibik aufgenommen. Katalogseiten, die den Betrachter in schöne, riesige Salons versetzen oder eben direkt auf eine Straße. Mit keinem Blick ist zu erkennen, dass die Welten nur künstlich entstanden sind - in einem großen Raum mit grauen Betonmauern und sechs Meter hoher Decke.

"Filmstudios gibt es in Hamburg mehre. Aber unsere Kombination - Studio, Fotograf, Requisiten und Kulissenbau - ist in der Branche selten. Wir bieten alle Dienstleistungen an von der Maske über Assistenten bis hin zur Lampenausrüstung", sagte Rudolf Heidicker dem Abendblatt. Er ist für den Kulissenbau zuständig, Konstantin Eulenburg ist Fotograf, während Ernst Holtmann zwar Mitinhaber des Unternehmens ist, sich aber ansonsten um eigene geschäftliche Aktivitäten kümmert.

Das Konzept kommt offenbar gut an. "Wir schreiben bereits schwarze Zahlen", sagt Eulenburg. "Dass dies schon so schnell nach der Unternehmensgründung im März 2002 möglich ist, hätten wir nicht gedacht." Die Studios, die von Eulenburg und seinen Mitarbeitern entweder selbst genutzt oder für 180 bis 500 Euro pro Tag vermietet werden, sind ausgelastet.

Erst vor gut einem Jahr gebaut, überlegen die Gründer von H2E deshalb schon, ihr Geschäft zu erweitern. "Wir haben uns eine Option auf unser Nachbargrundstück gesichert", sagt Eulenburg. Drei neue Studios in veränderbarer Größe könnten dort für insgesamt 1,5 Millionen Euro entstehen und ein Lager für Kulissen und andere Requisiten.

Eulenburg und Heidicker haben H2E aus einer Not heraus gegründet. "Wir mussten unsere Studios in der Leverkusenstraße aufgeben, weil das Haus abgerissen wurde", sagt Eulenburg, der dort Untermieter von Heidicker war. Statt gemeinsam ein neues Studio anzubieten, entschieden sie sich für den Neubau am Sorthmannweg in Eimsbüttel. Die Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (HWF) hat ihnen das Grundstück vermittelt.

"Kurz nachdem wir den Kaufvertrag unterschrieben haben, sind uns große Kunden weggebrochen", sagt Heidicker und erinnert sich an schlaflose Nächte. Ein großer Verlag etwa, der Mode- und Wohnzeitschriften publiziert, habe sein eigenes Fotostudio ausgebaut und keine Aufträge mehr nach außen vergeben. "Doch durch das Konzept, alles aus einer Hand anzubieten, bekamen wir schnell wieder neue Kunden", sagt Eulenburg, der etwa für Tchibo und Otto Produkte ins richtige Licht hebt. Inzwischen beschäftigt H2E rund 15 Mitarbeiter und zahlreiche Freiberufler. "An manchen Tagen arbeiten 40 Personen auf dem Gelände", sagt Heidicker. Das Unternehmen lebe von Mund-zu-Mund-Propaganda. "Sogar aus London kamen schon Kunden."

 

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