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Wirtschaft

Sorge um Fischereiforschung

Verlagerung: Die renommierte Bundesforschungsanstalt für Fischerei in Hamburg verliert immer mehr Institute und Abteilungen

Hamburg. Unter den Mitarbeitern der Bundesforschungsanstalt für Fischerei wächst die Besorgnis über den Fortbestand der Einrichtung am Standort Hamburg. Grund ist die Ausgliederung und Verlagerung von einzelnen Instituten und Abteilungen. Davon könnte in den kommenden Jahren etwa ein Drittel der 158 Mitarbeiter betroffen sein.

Bereits seit Beginn dieses Jahres gehören 28 Mitarbeiter der Abteilung Fischqualität organisatorisch nicht mehr direkt zur Bundesforschungsanstalt für Fischerei, sondern sind der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel in Karlsruhe unterstellt. Die Spezialisten, die Fische, Krebse und Weichtiere auf ihren Wert als Nahrungsmittel untersuchen, sitzen derzeit noch in der Zentrale der Forschungsanstalt an der Palmaille und arbeiten eng mit den anderen Mitarbeitern zusammen.

"Es gibt aber Überlegungen, diese Abteilung Fischqualität an einen anderen Standort, möglicherweise nach Kiel, zu verlegen", sagt der Leiter der Bundesforschungsanstalt für Fischerei, Gerd Hubold, dem Abendblatt. "Aus unserer Sicht wäre dies allerdings nicht sinnvoll, da die Kollegen eng mit uns und auch mit der Universität zusammenarbeiten."

Nach Informationen des Abendblatts ist als weitere Variante auch eine Verlagerung der Abteilung nach Karlsruhe in der Diskussion. Die Verlegungspläne stammen aus dem Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft von Renate Künast (Grüne), dem die Bundesforschungsanstalt organisatorisch zugeordnet ist. Hintergrund ist offenbar der Wunsch, die Forschung in einzelnen Ressorts effektiver zu machen und dadurch Kosten einzusparen. In Kiel befindet sich die Milchforschung des Ministeriums. Bestimmte Analysegeräte könnten die Lebensmittelexperten bei einer Zusammenlegung gemeinsam nutzen.

Offiziell wollte eine Sprecherin des Ministeriums die Planspiele allerdings für diese Abteilung nicht bestätigen. "Es gibt derzeit keine Entscheidung über eine Verlagerung", sagte sie dem Abendblatt. Entschieden ist aber bereits der Weggang eines weiteren wichtigen Instituts aus Hamburg. Das Institut für Fischereiökologie mit 34 Mitarbeitern wird definitiv im Jahr 2007 nach Bremerhaven verlagert. Dort wird ein neues Gebäude für die Forscher errichtet, die Stadt Bremen stellte unter anderem kostenlos ein Grundstück zur Verfügung.

Das Institut musste im Jahr 2001 wegen baulicher Mängel aus seinen alten Räumlichkeiten in Sülldorf ausziehen, seitdem sind die Forscher in Hamburg lediglich provisorisch untergebracht. "Als die Entscheidung für den Umzug spruchreif wurde, hat sich der Bremer Senat einfach mehr als der Hamburger bemüht, das Institut zu bekommen", sagt Gerd Hubold. Nach seiner Ansicht muss Hamburg aufpassen, dass nicht noch weitere Institutsteile abwandern. "Bremen wäre es sicher am liebsten, wenn die ganze Forschungsanstalt nach Bremerhaven umzöge." Eine akute Gefahr, dass es dazu kommt, sieht Hubold - im Gegensatz zu einigen Mitarbeitern - derzeit allerdings nicht.

 

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