Bremer bauen sechs Raumtransporter
Bremen. Der Bremer Raumfahrtkonzern EADS Space Transportation hat einen Milliardenauftrag über den Bau von sechs Transportern zur Versorgung der Internationalen Raumstation ISS erhalten. Zum Vertrag mit der europäischen Weltraumagentur ESA gehören zudem Betrieb und Nutzung des europäischen Teils der ISS. Der Gesamtauftrag, der gestern unterschrieben wurde, hat ein Volumen von einer Milliarde Euro, 80 Prozent davon entfallen auf die vier Transporter.
Der Bau des Transporters ATV (Automated Transfer Vehicle) sichere die Beschäftigung von mehr als 100 hoch qualifizierten Fachkräften, sagte Staatssekretär Wolf-Dieter Dudenhausen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Das ATV sei "Europas vielseitigstes Raumfahrzeug", so Josef Kind, Chef der EADS Space Transportation. Das gut 20 Tonnen schwere, 4,5 Meter breite und zehn Meter lange unbemannte Fahrzeug soll die ISS mit Treibstoffen und Wasser versorgen, ist aber auch für die Höhenkorrektur der Raumstation und die Abfallentsorgung verantwortlich. Beim Wiedereintritt in die Atmosphäre soll das Gefährt verglühen.
Der ATV-Prototyp Jules Verne wurde gestern in ein niederländisches Testzentrum gebracht. Sein Start vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana ist für die zweite Jahreshälfte 2005 geplant. Insgesamt sind sieben ATV-Flüge im Abstand von 15 bis 20 Monaten geplant.
Unterdessen hat die EADS ihre Gewinnprognose für 2004 wegen der bilanziellen Auswirkungen der Verschmelzung zweier Airbus-Gesellschaften erhöht. Für den operativen Gewinn (Ebit) werde für 2004 mit einem Zuwachs auf 1,93 (Vorjahr 1,5) Milliarden Euro gerechnet, teilte der Luft- und Raumfahrtkonzern mit. Bislang hatte EADS für dieses Jahr mit einem Ebit vor Goodwill-Abschreibungen und außerordentlichen Posten von 1,8 Milliarden Euro gerechnet.



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