Deutsche Bank: Mehr Gewinn, weniger Jobs
Frankfurt. Die Deutsche Bank hat ihren Vorsprung im inländischen Kreditgewerbe deutlich ausgeweitet. Der Branchenprimus profitierte im zweiten Quartal erneut vom guten Börsenumfeld und kann mit einem kräftigen Sprung in die Gewinnzone aufwarten. Der Konzerngewinn vor Steuern belief sich im Zeitraum April bis Juni 2003 auf 1,1 Milliarden Euro. Damit wurde das Vorsteuerergebnis des ersten Quartals von 234 Millionen mehr als vervierfacht. Nach Abzug der Ertragssteuern blieb ein Reingewinn von 572 (Vorjahr: 204) Millionen Euro. Mit ein Grund für den hohen Gewinn: der Stellenabbau. So betrug der Personalaufwand im zweiten Quartal 2,8 Milliarden gegenüber 2,95 Milliarden Euro vor einem Jahr. Die Konzernbelegschaft lag Ende Juni bei 69 308 (Vorjahr: 84 455) Personen. Im Inland wurden nur noch 31 107 (33 807) Mitarbeiter beschäftigt. Zudem konnte die Deutsche Bank zum dritten Mal in Folge die Risikovorsorge im Kreditgeschäft senken. Im zweiten Quartal wurden nur noch 340 (Vorjahr: 588) Millionen Euro für faule Kredite zurückgelegt. Das Volumen der Problemkredite sei nochmals um 0,9 Milliarden auf nun 8,4 Milliarden Euro reduziert worden, hieß es. Bei der Konkurrenz wird allerdings bezweifelt, ob die Bank auch in der zweiten Jahreshälfte den Trend rückläufiger Risikovorsorge beibehalten kann. Trotz des hohen Gewinns reagierte die Börse mit deutlichen Kursabschlägen. Denn an den Finanzmärkten war mit einem noch besseren Ergebnis gerechnet worden. Gewinnmitnahmen führten gestern zu Verlusten für die Aktie von zeitweise knapp drei Prozent.



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