Buchungstrick
Nordbank: 200 Millionen an Anleger - 1100 Jobs gestrichen
Die HSH Nordbank will trotz ihres Rekordverlusts und der geplanten Streichung von 1100 Arbeitsplätzen weitere rund 200 Millionen Euro an Investoren ausschütten.
Die HSH Nordbank weist für 2008 einen Verlust von bis zu 2,8 Milliarden Euro aus.
Foto: dpa/DPA
Hamburg. Die HSH Nordbank will trotz ihres Rekordverlusts und der geplanten Streichung von 1100 Arbeitsplätzen weitere rund 200 Millionen Euro an Investoren ausschütten. Das erfuhr das Abendblatt aus Regierungskreisen. Die HSH nannte keine Summe, bestätigte aber, dass nach der ersten Ausschüttung (64 Millionen Euro) eine zweite geplant sei. Nutznießer wären neben institutionellen Investoren wie etwa Pensionskassen diesmal auch "einige wenige Privatanleger".
Die zweite Ausschüttung ist dank eines Buchungstricks möglich. Demnach will die HSH, deren Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher sich gestern in Hamburg erstmals öffentlich zum erwarteten Verlust von 2,8 Milliarden Euro äußerte, so viele Kapital- und Gewinnrücklagen auflösen, dass für 2008 ein Bilanzgewinn entsteht. Dieser ist Voraussetzung dafür, dass stille Einlagen und Genussscheine im Wert von rund 2,5 Milliarden Euro verzinst werden. Die HSH begründete die Sonderaktion auf Abendblatt-Anfrage damit, dass Anleger ansonsten ihr Kapital abziehen könnten. Mit dem gleichen Argument hatte sie im Januar die umstrittene erste Ausschüttung gerechtfertigt.





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