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Wirtschaft

Containerschiffe mit mehr als 22 000 TEU denkbar

Die Reedereien können nach Einschätzung der Hamburger Zertifizierungsgesellschaft Germanischer Lloyd (GL) den Brennstoffverbrauch ihrer Schiffe...

Hamburg. Die Reedereien können nach Einschätzung der Hamburger Zertifizierungsgesellschaft Germanischer Lloyd (GL) den Brennstoffverbrauch ihrer Schiffe erheblich senken. Zugleich wird speziell im Segment der Containerschifffahrt die Entwicklung immer größerer Frachter weiter voranschreiten, um die Transportkosten je Container zu reduzieren. "Es gibt für die Entwicklung von Containerschiffen keine technologischen Grenzen", sagte GL-Vorstand Hermann Klein gestern bei der weltgrößten Schiffbaumesse SMM in Hamburg.

Der Hamburger "Schiffs-TÜV" stellte unter dem Schlagwort "GL FuelSaver" eine Reihe neuer Beratungs- und Servicedienstleistungen vor, mit denen die Reedereien den Brennstoffverbrauch ihrer Schiffe senken können. Seit einigen Monaten setzt sich angesichts hoher Ölpreise in der Branche unter dem Schlagwort "slow steaming" der Trend durch, Containerschiffe langsamer fahren zu lassen.

Klein rechnete den Effekt an einem Beispiel für einen Frachter mit einer Kapazität von 8000 20-Fuß-Standardcontainern vor: Werde die Geschwindigkeit des Schiffes von 23,5 auf 20,75 Knoten gedrosselt, sänken die Brennstoffkosten auf einer knapp 18-tägigen Rundreise um 150 000 Dollar. Grundlage für die Kalkulation sei ein Preis von 620 Dollar für die Tonne Schiffsöl. "Substanzielle Einsparungen" gebe es vor allem beim Neubau von Schiffen, sagte Klein. Rümpfe und Antriebe könnten dabei von vornherein für geringere Geschwindigkeiten ausgelegt und optimiert werden. Die Einsparungen für den Reeder lägen je nach Schiff nach einigen Jahren bei mehreren Hundert Millionen Euro.

Für die Containerschifffahrt werden nach Einschätzung von Klein auch in den kommenden Jahren immer größere Frachter gebaut. Im Jahr 2006 hatte die weltgrößte Linienreederei Maersk mit Schiffen von mehr als 12 000 TEU Kapazität erstmals die Grenze von 10 000 TEU überschritten. Von 2010 an werden vor allem deutsche Charterreeder wie E.R. Schifffahrt und Claus-Peter Offen neue Schiffe mit einer Kapazität von 13 000 bis 14 000 TEU an den Markt bringen.

"Wir beziehen in unsere Kalkulationen für die Stabilität und die Fahreigenschaften von Containerschiffen mittlerweile Entwürfe für Schiffe von bis zu 22 000 TEU mit ein, und auch das ist noch längst nicht das Ende des technologisch Machbaren", sagte Klein. "Natürlich muss die Infrastruktur auf der Landseite an so große Kapazitäten angepasst werden."

Der Germanische Lloyd klassifiziert mehr als 45 Prozent aller Containerschiffe, die derzeit weltweit im Einsatz sind. Gestern schloss das Unternehmen einen Vertrag über die Klassifizierung von sieben Containerfrachtern mit 13 100 TEU Kapazität für MCP Capital.

 

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