Kerosin: Lufthansa, Air Berlin und Air France setzen Treibstoffzuschläge hoch
Flugtickets werden immer teurer
TUI geht wegen der steigenden Kosten von höheren Reisepreisen aus - "Aber die Menschen sparen woanders."
Frankfurt/Hamburg. Urlauber müssen für Flugreisen immer tiefer in die Tasche greifen. Angesichts der drastisch gestiegenen Ölpreise kündigte die Lufthansa eine weitere Erhöhung der Treibstoffzuschläge an. Demnach steigt für Flugtickets, die ab 16. Juni 2008 ausgestellt werden, der Zuschlag für innereuropäische Flüge um drei Euro auf 24 Euro pro Strecke. Bei Langstrecken werden dann 92 Euro fällig, zehn Euro mehr als bisher.
Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin setzt nach eigenen Angaben ihren Zuschlag für innerdeutsche und europäische Städteverbindungen von 22 Euro auf 25 Euro je Strecke hoch. Auf touristischen Mittelstrecken sind künftig 35 Euro statt 32 Euro extra fällig, bei Flügen nach Ägypten, Madeira und auf die Kanaren 45 statt 40 Euro. Auf Langstrecken steigt der Kerosinzuschlag von 85 auf 95 Euro. Air Berlin hatte die Zuschläge zuletzt am 16. Mai angehoben, die Lufthansa am 14. Mai.
Air France erhöht seinen Spritaufschlag auf die Tickets nun schon zum 18. Mal. Von Freitag an würden Kurzstreckenflüge um zwei Euro, Mittelstreckenflüge um vier und Langstreckenflüge um zehn Euro teurer, erklärte die Airline gestern. Die letzte Erhöhung des Zuschlags liegt erst vier Wochen zurück. Seit er vor vier Jahren eingeführt wurde, ist er auf 111 Euro pro Langstreckenflug angestiegen.
Einen anderen Weg geht die Billigairline Ryanair. Firmenchef Michael O'Leary betont immer wieder, dass es bei ihm keine Treibstoffzuschläge geben werde. Kräftig gestiegen sind dafür aber die verschiedenen Zuschläge, die Ryanair unter anderem für den Gepäcktransport oder die Verwendung von Kreditkarten verlangt und die den Preis für einen laut Anzeige kostenlosen Flug leicht auf 50 Euro bis 75 Euro treiben.
TUI-Deutschland-Chef Volker Böttcher geht angesichts der rasant steigenden Kerosinkosten davon aus, dass auch die Reisepreise insgesamt teilweise anziehen könnten. Die Preisberechnungen für die Wintersaison seien noch nicht abgeschlossen, deshalb könne er noch nichts Konkretes dazu sagen, sagte Böttcher der Fachzeitschrift "Travel one". "Aber dass die Reisen nicht billiger werden, ist absehbar."
Bei Fernflügen gebe es allerdings den Effekt, dass der günstige Dollarkurs Erhöhungen teilweise ausgleiche. Dass steigende Kosten die Reiselust beeinträchtigen könnten, befürchtet Böttcher nicht. In der Vergangenheit habe sich immer gezeigt, dass die Menschen zuerst an anderen Stellen sparten.




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