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Wirtschaft

Die Zentrale der Detektei Network Deutschland ist verwaist

Das Haus in der Schlüterstraße 38, gleich beim Berliner Kurfürstendamm, ist elegant und großzügig. Im Parterre findet sich ein edles Schuhgeschäft, daneben ein Friseur. Die fünf Etagen mit ihren hohen Decken darüber nutzen kleine Firmen und Arztpraxen, ein Notar findet sich hier ebenso wie ein Steuerberater. Im dritten Stock rechts sitzt die Firma, die in der Spionageaffäre bei der Telekom für die Auswertung von telefonischen Verbindungsdaten zuständig gewesen sein soll: Network.Deutschland GmbH.

Die Abteilung Konzernsicherheit der Telekom soll die entsprechenden Daten verdächtiger Manager und Journalisten an das Kleinunternehmen mit seinen zeitweise sechs Mitarbeitern weitergegeben haben. Die Beschäftigten von Network sind auf Recherchen via Computer spezialisiert. Sie sollten herausfinden, wer aus dem Konzern Firmengeheimnisse weitergab. Ähnlich sollen, so das "Handelsblatt", die Aufträge für die Bahn gewesen sein, die bei Network eingingen.

Geschäftsführer der Firma ist Ralph Kühn, sein Name steht auch auf dem Briefkasten. Doch wer mit einem der beiden Fahrstühle oder durch das mit blauem Teppichboden ausgelegte Treppenhaus nach oben gelangt, wird enttäuscht: Auch auf mehrmaliges Klingeln reagiert niemand, offenbar sind die Büroräume verwaist. Darauf deuten auch die geschlossenen Jalousetten an den vorderen Fenstern hin. "Keine Ahnung, ob jemand da ist", sagt die Mitarbeiterin der benachbarten Anwalts- und Notarskanzlei. Sie kenne ihre Nachbarn gar nicht.

Ähnlich reagieren die übrigen Parteien im Haus - niemand weiß Bescheid über die Datenauswerter aus dem dritten Stock. Auch auf Telefonanrufe reagiert niemand, nicht einmal ein Anrufbeantworter springt an. Für Telefone scheint die Firma sowieso wenig übrig zu haben: An der verschlossenen Eingangstür hängt ein Zettel mit einem durchgestrichenen Handy.

 

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