Michael Stich investiert in meinverein.de
Hamburg. Für Michael Stich müssen Manager so sein wie Tennisprofis: "Ein Unternehmer muss seine Idee mit Akribie und Durchhaltevermögen verfolgen und darf sich durch Rückschläge nicht aus dem Konzept bringen lassen", sagt der Wimbledon-Sieger von 1991, der seine Karriere in dem weißen Sport vor gut zehn Jahren wegen einer chronischen Schulterverletzung aufgeben musste.
Die Unternehmer, die Stichs Idealbild entsprechen, hat der gebürtige Elmshorner jetzt gefunden: Sie heißen Max Fischer und Axel Kmonitzek und haben meinverein.de gegründet, eine Internetplattform für Vereine. Stich hat sich mit einer Summe, die er nicht nennen will, an der recht nüchtern gestalteten Seite beteiligt und fungiert mit seinen Kontakten auch als Botschafter des jungen Unternehmens. "Das Internet ist doch die Zukunft für Kommunikation und Netzwerke, und Deutschland ist das Land der Vereine", begründet Stich sein Engagement. Er sei zwar ein "relativ untechnischer" Mensch, sagt der 39-Jährige, und bedauert, dass "manchmal die Kommunikation auch unter der Technik leidet".
Dennoch konnten ihn Fischer und Kmonitzek überzeugen: "Die beiden sind sehr umtriebig, können sich gut auf neue Situationen einstellen und verlieren aber auch das Wirtschaftliche nicht aus den Augen", lobt er seine Juniorpartner, die gerade mit ihrer Ausbildung fertig sind - Fischer hat Jura an der Law School in Hamburg studiert und Kmonitzek braucht noch eine letzte Prüfung für den Abschluss in BWL.
Mit der Plattform, die die beiden Männer seit Ende 2007 von einem Büro in St. Georg aus betreuen, wollen sie Sportvereinen ihre Organisation und die Kommunikation der Mitglieder erleichtern. Inzwischen sind mehr als 2300 Vereine auf der Internetseite der Hamburger vertreten. "Tennisclubs können Turnierpläne, die Platzbelegung oder Berichte über Spiele einstellen, Feuerwehren können über Feste informieren oder Kegelvereine neue Mitglieder suchen", erzählt Fischer. "Wenn ein Golfer gerade in Thailand Urlaub gemacht hat und seinen Clubmitgliedern zu Hause die schönsten Plätze zeigen will, stellt er die Fotos einfach auf die Plattform", nennt Stich einen weiteren Vorteil der neuen Seite, die allerdings gegen Konkurrenten wie meinFußballclub.de. oder meinSport.de bestehen muss, die ähnliche Konzepte im Internet verfolgen.
Geld verdienen soll meinverein.de mit Werbung, über Kooperationen etwa mit Sportartikelherstellern und Prämiendienste, für die die Mitglieder etwas bezahlen müssen. Für Stich, der sich auch karitativ betätigt, steht die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens im Fokus: "Wir wollen Geld damit verdienen und machen das ja nicht nur, weil wir nette Menschen sind."
Darüber hinaus ist für Stich das Thema Clubs ein Heimspiel, ist er doch bereits von Kindesbeinen an in verschiedenen Sportvereinen aktiv - und nicht nur im Tennis: Vom Rasensportverein Elmshorn, wo er als Jugendlicher Fußball spielte, über den Tennisclub MTTC Iphitos München und den UHC in Hamburg bis zum Schleswig-Holsteiner Club Logopak Hartenholm, wo er derzeit die Tennismannschaft der 1. Herren unterstützt. Außerdem schwingt Stich in seiner Freizeit auch noch im Golfclub Walddörfer den Schläger.



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