Hamburg. Der Hamburger Kaffeeröster Tchibo baut nicht nur seine Geschäfte um und veredelt sein Sortiment mit Designerware, er strukturiert auch seine Organisation komplett neu. Der Aufsichtsrat des Unternehmens wird heute beschließen, die beiden Produktsparten Kaffee (Food) und Gebrauchsartikel (Non Food) aus einer Hand zu führen. Bislang gab es für beide Bereiche jeweils einen Geschäftsführer.
Die Führung der beiden Bereiche übernimmt der Vorstandsvorsitzende der Tchibo GmbH, Markus Conrad. Als Konsequenz verlassen die Vorstandsmitglieder Christian Köhler (Kaffee) und Thomas Vollmoeller (Non Food) das Unternehmen - in "bestem gegenseitigen Einvernehmen", wie Tchibo gestern betonte. Gleichzeitig soll im Rahmen der Restrukturierung von Tchibo das Aufsichtsratsmitglied Stefan Pfander (64) für begrenzte Zeit als Vertriebsverantwortlicher in den Vorstand des Unternehmens delegiert werden.
Tchibo vergrößert, wie berichtet, seine Geschäfte auf 120 bis 140 Quadratmeter. Etwa 100 der 1000 Tchibo-Filialen passen von der Größe her nicht mehr in das neue Konzept. Knapp 60 davon werden jetzt von Deutschlands drittgrößtem Mobilfunkbetreiber E-Plus übernommen. In den kommenden Monaten würden E-Plus und der zum Konzern gehörende Mobilfunkhändler SMS Michel Nachmieter in bisherigen Tchibo-Geschäftsräumen, sagte ein Firmensprecher gestern. E-Plus nähere sich damit dem für dieses Jahr angestrebten Ziel von 700 bis 750 Mobilfunkläden in Deutschland. Ende 2007 waren es 500 Filialen gewesen.
E-Plus und der niederländische Mutterkonzern KPN hatten in diesem Jahr die Handelskette SMS Michel mit 200 Filialen übernommen und waren dabei Nachmieter in etwa zehn Läden der Schuhhandelskette Tack geworden. Zudem stärkte das Unternehmen mit der Übernahme des Mobilfunkanbieters Blau seinen Vertrieb.











