Staatsanwälte: Allein 30 Razzien im Großraum Hamburg
Steuerskandal: 91 haben schon gestanden und Millionen bezahlt
Jetzt ermitteln auch Schweden, die USA und Großbritannien wegen Schwarzgeldes auf Konten in Liechtenstein.
Bochum. In der Affäre um Steuerhinterziehung über Liechtensteiner Stiftungen hat die Staatsanwaltschaft Bochum erste Erfolge vermeldet: Von bisher 150 überprüften Verdächtigen haben 91 Steuersünder gestanden und Abschlagszahlungen von 27,8 Millionen Euro geleistet. Die Durchsuchungen konzentrierten sich auf vier Großstädte. In Hamburg und der näheren Umgebung bekamen allein 30 Verdächtige Besuch von Fahndern. In München schlugen die Ermittler 34-, in Stuttgart 24- und in Frankfurt 17-mal zu. Insgesamt geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass mindestens 200 Millionen Euro über die Liechtensteiner Stiftungen am deutschen Fiskus vorbeigeschleust wurden.
Darüber hinaus gab es bislang 72 Selbstanzeigen bei den Finanzämtern. Hier müsse nun überprüft werden, ob die Anzeigen so frühzeitig eingegangen seien, dass sie strafbefreiend wirkten, sagte Oberstaatsanwalt Hans-Ulrich Krück. Er bestätigte zudem, dass bei den Ermittlungen auch der Name einer zweiten Auslandsbank neben der liechtensteinischen LGT-Bank aufgetaucht sei. Laut "Süddeutscher Zeitung" soll es sich um die Vontobel Treuhand in Vaduz handeln. In Deutschland ermitteln die Fahnder zudem gegen Mitarbeiter dreier deutscher Banken. Sie stehen im Verdacht, den Kunden Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet zu haben.
Derweil zieht der Liechtensteiner Steuerskandal international Kreise. In Schweden sind etwa 100 Bürger im Visier der Staatsanwälte. Die Daten sollen aber nicht von der CD-ROM stammen, die der BND für rund fünf Millionen Euro von einem Informanten gekauft hat. Auch die USA und Großbritannien ermitteln gegen Hunderte Personen. Nach britischen Zeitungen soll die Londoner Steuerbehörde HMRC 100 000 Pfund (133 000 Euro) für Informationen über Steuersünder auf einer DVD bezahlt haben. Während Schweden, Norwegen und Finnland Interesse an den Daten auf der deutschen CD angemeldet haben, lehnt Dänemark diese als "Hehlerware" ab. "Wir haben nicht vor, gestohlene Angaben zu verwenden. Und wir bezahlen nicht für gestohlene Angaben", sagte Steuerminister Kristian Jensen.




Hartmann
JURA Gastro in Deutschland
Branchenbuch Hamburg


100. Geburtstag
Axel Springer
Abendblatt auf Facebook

Das Rätsel des Tages



