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Wirtschaft

Messe: Computer- und Technikbranche trifft sich ab 4. März in Hannover

Klimaschutz ist Topthema auf der Cebit

Informationstechnologie verursacht so viel CO2 wie Luftverkehr. "Green IT" rückt in den Fokus. Hamburg bietet Jobbörse für Fachkräfte.

Hamburg/Hannover. Die Computermesse Cebit (4. bis 9. März) steht 2008 ganz im Zeichen des Klimawandels. "Green IT" (grüne Informationstechnologie) lautet der Schwerpunkt des Branchentreffs in Hannover, der dieses Jahr um einen auf sechs Tage verkürzt wurde. In Halle 9 gibt es sogar ein "Green IT Village" zu sehen, in dem demonstriert wird, wie viel Strom in einem Büro verbraucht wird und wie man Energie sparen kann, sagt Messesprecherin Gabriele Dörries dem Abendblatt. Neben Energieeffizienz wollen die Hersteller zeigen, wie besseres Recycling funktioniert und dass sie Handys, Bildschirme oder Computer mit weniger Giftstoffen bauen können.

Allein beim Kohlendioxidausstoß besteht großes Sparpotenzial. So trägt die IT mit zwei Prozent zum weltweiten CO2-Produktion bei - genauso viel wie der Luftverkehr. Jahrelang war Umweltschutz ein Fremdwort, es zählte nur die Leistung. Doch seit der Klimawandel ins öffentliche Bewusstsein gerückt ist, hat sich das Verhalten der Technikhersteller verändert. Zu den Neuigkeiten auf der Cebit zählt eine von T-Systems entwickelte und mit Biogas betriebene Brennstoffzelle für den Einsatz in Rechenzentren und ein Handy-Prototyp von Nokia, der vollständig aus Recyclingmaterialen hergestellt worden ist.

"Zu den weiteren Schwerpunkten gehören das mobile Internet, Navigationslösungen, der DVD-Nachfolgestandard Blu-ray, das kabellose Büro sowie generell das Thema Sicherheit", sagt Dörries. Branchenübergreifend sei zudem der IT-Fachkräftemangel in aller Munde, erläutert Uwe Jens Neumann, Vorstandsvorsitzender der Initiative Hamburg@work, die den norddeutschen Messestand organisiert. "Für uns ist das sogar das Hauptthema", so Neumann zum Abendblatt. Deshalb richten Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern auf dem 1200 Quadratmeter großen Gemeinschaftsstand in der Halle 14 zusammen mit dem Personaldienstleister DIS AG auch ein Recruitmentcenter ein. Dort können sich interessierte Kandidaten Unternehmensvertretern vorstellen. Insgesamt stellen sich 60 norddeutsche Firmen auf dem Stand mit der Nummer G26 vor.

Die Cebit selbst will sich 2008 erstmals mit ihrem neuen Konzept präsentieren: Kürzer, billiger und effizienter für die Aussteller soll die weltgrößte Branchenschau sein und zugleich zu ihren Wurzeln als Fachmesse zurückkehren. Mehr Geschäftskunden und weniger "Plastiktütenträger" erhofft sich die Messeleitung.

Allerdings hat auch das neue Konzept den Ausstellerschwund noch nicht stoppen können: Mit 5800 Firmen aus 75 Ländern kommen 300 weniger als im Vorjahr, die Fläche schrumpft um zehn Prozent auf 240 000 Quadratmeter. Auffällig ist die Abstinenz von Mobilfunkunternehmen wie Nokia, O2 und Freenet. Gerade in der Telekommunikation ist der Cebit mit dem Mobile World Congress in Barcelona große Konkurrenz erwachsen. Auch die nun jährlich stattfindende Internationale Funkausstellung in Berlin sowie die Consumer Electronics Show in Las Vegas ziehen viel Aufmerksamkeit aus Hannover ab.

 

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