IG Metall fordert mehr Geld für Leiharbeiter
Hamburg. Die IG Metall Küste will in Norddeutschland eine gleiche Bezahlung von Leiharbeitern und Stammbelegschaften durchsetzen. In bis zu 25 Betrieben mit Schwerpunkt im Schiffbau sollen bis zum Jahresende Regelungen zur Leiharbeit vereinbart werden, sagte Bezirksleiterin Jutta Blankau gestern in Hamburg.
Für gleiche Arbeit müsse gleiches Geld gezahlt werden. Leiharbeit dürfe nicht zu Dumpinglöhnen führen und sollte nur als Flexibilitätsreserve genutzt werden. "Flexibilität ist wichtig und richtig. Sie darf aber nicht auf Kosten der Belegschaft ausgetragen werden", sagte Blankau. Es sei auch vorstellbar, mit den Unternehmen Höchstquoten für den Einsatz von Leiharbeitern oder Neueinstellungen zu vereinbaren.
Die Gewerkschaft will das Thema auch bundesweit vorantreiben. "Die Unternehmen überziehen beim Thema Leiharbeit", sagte der 2. Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel. "Wir müssen die Schraube wieder ein Stück zurückdrehen." Als ersten Schritt begrüßte Wetzel die geplante - aber noch nicht beschlossene - Einführung eines Mindestlohnes für die Leiharbeitsbranche.
Die Arbeitgeber kritisierten die Kampagne der IG Metall. "Wer der Zeitarbeit neue Fesseln anlegen will, drängt Menschen zurück in die Arbeitslosigkeit", sagte der Präsident des Arbeitgeberverbandes Nordmetall, Ingo Kramer. "Das ist unsozial." Mehr als 60 Prozent aller Zeitarbeitnehmer seien zuvor arbeitslos gewesen, 15 Prozent sogar langzeitarbeitlos. "Dort, wo die IG Metall mit Unternehmen eine Reglementierung und Einengung von Zeitarbeit aushandelt, ist Beschäftigungsabbau die Folge", sagte Kramer. Die Unternehmen brauchten die Zeitarbeit, um flexibel auf Nachfrageschwankungen zu reagieren. Die Kampagne sei erneut ein Beweis dafür, dass Arbeitslose in der IG Metall keine Lobby hätten.
Anfang Februar hatte die IG Metall mit dem Gabelstaplerbauer Still eine Vereinbarung geschlossen, nach der alle Leiharbeiter künftig nach dem Flächentarifvertrag der IG Metall bezahlt werden. Laut Berechnungen des Betriebsrats erhalten die Betroffenen dadurch ein um 1000 bis 1500 Euro höheres Entgelt im Monat.



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