45-Milliarden-Coup: Konzern bietet für Yahoo
Angriff auf Google - Microsoft will die Macht im Internet
Das Ziel von Bill Gates: ein stärkerer Anteil an den Werbeeinnahmen der Suchmaschinen.
Hamburg. Der Kampf um die Vorherrschaft im Internet hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Für fast 45 Milliarden Dollar (knapp 30 Milliarden Euro) will der US-Softwareriese Microsoft das angeschlagene Internetportal Yahoo kaufen. Der Konzern erhofft sich dadurch, dem Konkurrenten Google ernsthaft zusetzen zu können. Die Übernahme wäre die bisher größte in der Internet-Branche.
Mit dem Kauf will sich der Riese aus Redmond (Kalifornien) vor allem ein größeres Stück des Online-Werbemarkts sichern. Dieser werde bis 2010 von jetzt 40 Milliarden Dollar (knapp 27 Milliarden Euro) auf dann 80 Milliarden Dollar steigen, schrieb der Konzern in einem Brief an die Führung von Yahoo. Bislang sei dieses Geschäft "zunehmend von einem Akteur dominiert", hieß es mit Blick auf Google.
Suchmaschinen wie Yahoo oder Google dienen Millionen von Internetnutzern dazu, das weltweite Datennetz nach Informationen zu durchforsten. Da besonders viele Menschen auf diese Webseiten klicken, lassen sich mit ihnen auch hohe Werbeeinnahmen erzielen. Mit dem Kauf von Yahoo hofft Microsoft nun, auf diesem Terrain wieder Boden gutzumachen. Zwar verdient der Weltkonzern noch gut mit dem Verkauf seines Betriebssystems Windows. Doch im Imperium des Gründers Bill Gates - er gilt als reichster Mann der Welt - musste man jahrelang tatenlos zusehen, wie die jungen Wilden das Mitmachnetz Web 2.0 unter sich aufteilten. Vor allem Google konnte punkten, während Microsofts Suchmaschine MSN Search weniger Beachtung findet. Auch Yahoo litt zuletzt unter der zunehmenden Vormachtstellung von Google, das seine Werbevermarktung immer mehr ausbaute.
Yahoo kündigte in einer ersten Reaktion lediglich eine rasche und sorgfältige Prüfung der "unaufgeforderten" Offerte an. Der Börsenkurs des Unternehmens schoss in den ersten Handelsstunden um rund 44 Prozent auf 27,60 Dollar in die Höhe, blieb aber klar unter dem Niveau des Kaufangebots. Für eine erfolgreiche Übernahme muss eine Mehrheit der Aktionäre die Offerte annehmen.





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