Banken: Konditionen gesenkt
Zinsen auf Festgeld sinken wieder
Der Höhepunkt scheint erreicht. Sparer können sich hohe Zinsen durch Umschichtungen noch für ein oder zwei Jahre sichern.
Hamburg. Die ersten Banken gehen daran, die Zinsen für ihre Spareinlagen wieder leicht zu senken. So wird die ING-DiBa am Donnerstag die Konditionen für Festgeld reduzieren. Für einjähriges Festgeld gibt es dann nur noch 4,20 statt 4,25 Prozent. Der Zins für Anlagebeträge ab 50 000 Euro wird noch stärker gesenkt: von 4,50 auf 4,35 Prozent. "Der Markt zeigt eine deutliche Entspannung bei den Zinsen im Einjahresbereich", sagt ING-DiBa-Sprecher Ulrich Ott. Die Bank orientiere sich am Euribor "und der ist in den letzten Wochen deutlich gesunken", sagt Ott. Der Euribor ist ein Zinssatz, zu dem sich Banken untereinander Geld leihen und der als Referenzzinssatz für den Geldmarkt gilt.
Auch die Degussa-Bank, die ihr Tagesgeldkonto an den Euribor gekoppelt hat, senkte die Zinsen von 3,31 Prozent auf 3,12 Prozent. Den Trend zu Zinssenkungen bestätigt auch die Volkswagen Bank. "Wir haben im Festgeldbereich die Konditionen je nach Laufzeit um 0,05 bis 0,10 Prozentpunkte ermäßigt", sagt Matthias Blank von der Volkswagen Bank.
Die meisten anderen Banken halten sich mit Zinssenkungen noch zurück. "Wir planen derzeit keine Zinssenkungen", sagt eine Sprecherin der DaimlerChrysler Bank.
Volkswagen Bank und DaimlerChrysler Bank gehören zu den Instituten, die bei sehr hoher Einlagensicherung Spitzenkonditionen für einjährige Sparanlagen bieten. Noch einen Tick besser sind Deutsche Bank, Santander Consumer Bank und BKM Bausparkasse Mainz (s. Tabelle).
Sparer sollten sich beeilen, diese Konditionen noch zu sichern. Die hohen Zinsen für kurzfristige Einlagen sind eine Folge der US-Hypothekenmarktkrise. Baukredite waren in den USA auch an Schuldner mit schlechter Bonität vergeben worden. Infolge der gestiegenen Zinsen sind diese Schuldner in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Durch die Gefahr einer Liquiditätskrise an den Finanzmärkten profitierten kurzfristige Anlagen. Um frisches Geld anzulocken, mussten hohe Zinsen geboten werden. "Da es sich in Europa vor allem um eine psychologische Krise handelt, zeigt sich jetzt eine Entspannung der Situation", sagt Zinsexperte Michael Schubert von der Commerzbank.
Der Euribor-Zinssatz für ein Jahr sank von 4,74 auf 4,60 Prozent. "Eine weitere Senkung ist wahrscheinlich, wenn keine neuen Risiken durch die US-Hypothekenmarktkrise auftauchen", sagt Schubert. "Aber die Zinsen werden sich nicht in einer Linie nach unten bewegen." Der Drei-Monats-Euribor reduzierte sich von 4,80 Prozent auf 4,59 Prozent. "Angesichts des Leitzinsniveaus der Europäischen Zentralbank von vier Prozent, wäre ein Euribor (drei Monate) von 4,15 Prozent gerechtfertigt. Die meisten Experten rechnen angesichts der schwächeren Konjunktur auch nicht mit einer Zinserhöhung der EZB in den nächsten Monaten.
"Tendenziell werden die kurzfristigen Zinsen eher weiter sinken", erwartet Schubert. Anleger sind deshalb gut beraten, den Höhepunkt der Zinsentwicklung für Spareinlagen noch auszunutzen. Eine Möglichkeit kann sein, Anlagen von einem Tagesgeldkonto in eine Festzinsanlage umzuschichten, wenn das Geld nicht benötigt wird. So lassen sich die aktuell noch hohen Zinsen für ein oder zwei Jahre sichern. Längere Anlagezeiträume lohnen nicht, da es dafür kaum höhere Zinsen gibt. Denn ein stärkerer Zinsrutsch würde die Tagesgeldkonten zuerst treffen. Hier können die Zinsen täglich neu festgesetzt werden und gelten dann auch für bestehende Guthaben. Bei einer Festgeldanlage sind zwar auch niedrigere Zinsen möglich, aber von einer solchen Zinsanpassung sind nur Neuanlagen betroffen.



Hartmann
JURA Gastro in Deutschland
Branchenbuch Hamburg


100. Geburtstag
Axel Springer
Abendblatt auf Facebook

Das Rätsel des Tages



