"Hiobsbotschaften werden uns nicht ausgehen"
HAMBURG/FRANKFURT. Die US-Hypothekenkrise wird das beherrschende Thema am Aktienmarkt bleiben, glauben Analysten. "Die Hiobsbotschaften werden uns nicht ausgehen", sagt Marktstratege Christian Schmidt von der Helaba. "Die Frage ist nicht mehr nur, welches Unternehmen ist betroffen, sondern in welchem Ausmaß."
Bereits am Freitag gab es neue Nachrichten. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" ist ein zweiter Hedgefonds der US-Investmentbank Goldman Sachs in Schwierigkeiten geraten. Die britische Man Group verschiebt ihre Pläne, erstmals einen Hedgefonds an die New Yorker Börse zu bringen. Und die Deutsche Bank gab bekannt, dass Anleger aus einem ihrer Fonds seit Ende Juli 900 Millionen Euro abgezogen hätten. Er investiert in sogenannte ABS-Produkte. Das sind Wertpapiere, die Zahlungsansprüche von Finanzinstituten, aus dem Kreditkartengeschäft oder aus Konsumentenkrediten verbriefen - und in den vergangenen Jahren häufig aus schlecht besicherten US-Hypothekenkrediten. Der DWS ABS Fund ist der Deutschen Bank zufolge aber nicht in US-Hypothekenverbriefungen investiert. Beruhigen konnte dies nicht. "Dass ein Fonds der Deutschen Bank fast eine Milliarde Euro verloren hat, verunsichert die Anleger massiv", sagte ein Händler.
Anleger befürchten, dass die Hypothekenkrise die Kreditvergabe erschwert. Auf Pump finanzierte Übernahmen, Hedgefonds-Spekulationen und Aktienrückkäufe hatten zuvor die weltweite Hausse an den Börsen mitangekurbelt. Eine strengere Kreditvergabe könnte nach Auffassung von Konjunkturexperten auch das Wirtschaftswachstum reduzieren, wodurch Unternehmensgewinne leiden könnten.
Die Hamburger Sparkasse erwartet, dass der DAX in Richtung 7000 Punkte fallen könne, ist aber langfristig optimistisch. Das Wachstum der deutschen Wirtschaft und die Unternehmensgewinne seien stabil, sodass ein DAX-Stand von 8600 Punkten am Jahresende weiter fundamental berechtigt sei.




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