Krise an den Welt-Börsen
Die Schwäche der Globalisierung
Kommentar
Die jetzige Krise auf den Finanzmärkten macht wieder einmal die wohl größte Schwäche eines globalisierten Geldwesens deutlich. In den USA haben in der Vergangenheit Banken Kredite in Zeiten niedriger Zinsen an Immobilienkäufer vergeben und diese dann an spekulationsfreudige Hedgefonds verkauft, weil sie sich nicht mehr genügend abgesichert fühlten. Dann begannen die Zinsen zu steigen, die Kunden konnten nicht mehr zahlen, und die Hedgefonds bleiben jetzt möglicherweise auf faulen Forderungen in Milliardenhöhe sitzen. Den amerikanischen Immobilienkäufern droht derweil die Zwangsversteigerung.
Weil die globale Finanzwelt eng miteinander verknüpft ist, beschränkt sich die Krise nicht nur auf die USA, sondern breitet sich blitzschnell über alle Börsen dieser Welt aus. Nur weil in den USA sich zu viele Menschen zu viel Geld gepumpt haben, geraten inzwischen sogar europäische Banken so unter Druck, dass die Europäische Zentralbank Milliarden an billigem, also niedrig verzinstem Geld auf den Markt werfen musste, um die Banken liquide zu halten.
Die Finanzkrise könnte ein Anlass sein, nachzudenken. Zum Beispiel über Gier und den Sinn von Hedgefonds. Oder über Panik, vor allem weil längst nicht alle Kredite verloren sind. Vor allem aber über bessere Kontrollmaßnahmen. Die sieben wichtigsten Industriestaaten der G7 sollten auf ihrem nächsten Treffen die Finanzmärkte erneut zum Thema machen. Wenn diese Märkte global handeln, muss auch die Geldpolitik der wichtigsten Staaten global besser abgestimmt werden. Ansonsten kann es immer wieder vorkommen, dass Beschlüsse der Notenbank eines mächtigen Landes Auswirkungen haben, die danach die ganze Welt ausbaden muss.



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