Kampagne für Wechsel des Stromversorgers
BERLIN. Nach massiven Strompreiserhöhungen wächst der Druck auf die Elektrizitätsversorger. Der RWE-Konzern kündigte gestern nach Verbraucherprotesten an, vorerst auf weitere Verteuerungen des Stroms zu verzichten. Per Abstimmung mit den Füßen sollen sich Verbraucher gegen steigende Strompreise wehren: Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) kündigte gestern eine bundesweite Kampagne an, die im kommenden halben Jahr eine Million Haushalte zum Wechsel des Stromanbieters bewegen soll. "Es ist höchste Zeit, dass sich die Stromkunden nicht nur auf die Politik verlassen", so vzbv-Chef Gerd Billen.
Laut Billen können Familien bei einem Wechsel ihres Anbieters bis zu 200 Euro im Jahr sparen. Er machte in erster Linie den mangelnden Wettbewerb dafür verantwortlich, dass sich die Strompreise in Deutschland seit dem Jahr 2000 um fast 50 Prozent erhöht hätten. Die vzbv und die ihr angeschlossenen Verbraucherzentralen sowie der Deutsche Mieterbund wollen deshalb in allen Landeshauptstädten sowie in Frankfurt und Halle für den Anbieterwechsel werben. Dazu sollen Plakate mit "gierigen Steckdosen" geklebt werden. Billen erklärte, falls alle 40 Millionen Haushalte in Deutschland ihr Einsparpotenzial von durchschnittlich 60 Euro jährlich nutzen würden, käme dies einem Einspar- und Konjunkturprogramm von über zwei Milliarden Euro gleich.
Ein Preischeck in den 100 größten deutschen Städten zeige, dass sich jeder Wechsel lohne. Wie die vzbv ermittelte, ist selbst die Umstellung auf Ökostrom häufig die günstigere Alternative. In zwei Dritteln der Fälle lägen die Kosten für Öko-Strom unter dem ortsüblichen Grundversorgungspreis. In Freiburg sei das günstigste Ökostromprodukt rund 130 Euro im Jahr günstiger als das Angebot des lokalen Versorgers.
Die vzbv betonte, dass ein Anbieterwechsel einfach sei und es für die Verbraucher kein Risiko gebe, ohne Strom dazustehen. Als zweiten Schwerpunkt ihrer Kampagne wollen die Verbraucherschützer für Energiesparen werben.




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