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Wirtschaft

Abendblatt-Vergleich: Pauschal-Pakete schon für weniger als 40 Euro

Surfen und Telefonieren immer billiger

Telekom zieht im Preiskampf nach und senkt Tarife. DSL- und Festnetz-Flatrates im Trend. Worauf Kunden vor einem Wechsel achten sollten.

Hamburg. In kaum einer Branche geht es derzeit so schnell zu wie in der Telekommunikation: Immer schneller können die Kunden mit DSL im Internet surfen, immer schneller fallen die Preise - und immer schneller verlieren die Verbraucher auch den Überblick. Kaum eine Woche vergeht ohne Preissenkungen, neue Tarife und Aktionsangebote. Zuletzt haben Deutsche Telekom und O 2 drastische Preissenkungen für Anfang Juni angekündigt. Dass Internet, Festnetztelefonie, Mobilfunk und sogar Kabelfernsehen dabei zusehends zusammenwachsen, macht die Sache nicht leichter. Das Abendblatt gibt einen Überblick im Tarifdschungel und erklärt, worauf die Kunden achten sollten.

Preise

Lange galt für Kunden der Deutschen Telekom, dass sich ein Wechsel aus Preisgründen lohnt. Zeitweise waren die Telefon- und DSL-Tarife des Ex-Monopolisten um bis zu 15 Euro teurer als die der Konkurrenz. Das hat sich geändert. Am 4. Juni fallen die Pauschaltarife mit Telefon- und Internetflatrate erneut um bis zu 15 Prozent: Das Paket Call & Surf Comfort mit DSL 6000 kostet dann nur noch 44,95 Euro und liegt lediglich knapp fünf Euro über der Konkurrenz. Wer Geld sparen will, muss daher auf die Tarifdetails schauen.

Generell gilt: Einrichtungsund Hardwarekosten erlassen fast alle Anbieter. Entsprechender Werbung sollten Verbraucher nicht viel Aufmerksamkeit schenken. Auch Aktionspreise, wie sie etwa Strato, Kabel Deutschland oder Vodafone für die ersten Vertragsmonate bieten, sollten für einen Wechsel kein Hauptargument sein. Ebenso ist Vorsicht angebracht, wenn mit günstigen Einstiegspreisen getrommelt wird: So bieten Tele2 und 1&1 Telefon- und Internet-Pakete schon für unter 30 Euro an. Dabei verstecken die Anbieter aber gern im Kleingedruckten, dass ein Anschluss bei der Telekom Voraussetzung ist - und der kostet mindestens weitere 16,37 Euro.

Vertragslaufzeit

Einen Blick sollten Wechselwillige unbedingt auf die Laufzeit werfen. Die meisten Anbieter schließen nur Verträge über 24 Monate ab. Bei Kabel Deutschland und O 2 sind es 12 Monate, HanseNet ("Alice") sticht mit vier Wochen deutlich hervor. So schnell wie die Preise fallen, kann eine lange Bindung am Ende teuer werden - die wenigsten Anbieter geben Preissenkungen automatisch an Bestandskunden weiter.

Telefonverhalten

Wie hoch die Telefon- und Internet-Rechnung am Monatsende ist, hängt letztlich neben den Tarifdetails entscheidend vom Nutzerverhalten ab. Wer viel im Ausland und auf Handys anruft, kann mit Call-by-Call viel Geld sparen. Die Billigvorwahlen funktionieren aber nur mit einem T-Com-Anschluss. Andererseits gilt die Festnetz-Flatrate bei O 2 und Vodafone auch ins eigene Mobilfunknetz, ebenso bei "Alice" mit der Option Mobile. Und Freenet hat seine Pauschale über das deutsche Festnetz hinaus auf sieben europäische Länder erweitert. In jedem Fall sollten Kunden genau auf die Tarife schauen, die nicht mit einer Flatrate abgegolten sind. Und wer im Internet fernsehen will oder öfter große Datenmengen auf dem Computer hoch- und runterlädt, sollte auch die Schnelligkeit des Anschlusses im Auge haben. Für Normalsurfer sollte DSL 2000 (2 Mbit/s) ausreichend sein.

Zusatzleistungen

Einige Anbieter werben mit Zusatzleistungen: So umfasst beispielsweise das 4DSL-Paket von 1&1 eine "Movie-Flatrate". Die Auswahl ist mit 100 Filmen aber eher überschaubar. Deutlich interessanter sind da Mobilfunk-Optionen. "Alice"-Kunden können etwa mit einer SIM-Karte von HanseNet kostenlos im bundesweiten Fest- und Mobilfunknetz des Anbieters aus Hamburg telefonieren.

Anschlussart

Der Kunde merkt heute keinen Unterschied mehr, ob ein Anschluss über Festnetz oder Internet (VoIP) läuft. Gleiches gilt fürs Telefonieren via Fernsehkabel. Dies kommt in Frage, wenn schon ein Kabelanschluss existiert. Wer über Satellit oder terrestrischen DVB-T-Empfang fernsieht und damit zufrieden ist, für den lohnt sich die Einrichtung eines Kabelanschlusses für Telefonie nicht. Interessenten des Vodafone-Pakets sollten beachten, dass es keinen klassischen Festnetzanschluss beinhaltet: Das Handy hat eine Zuhause-Funktion, es können aber keine Faxe empfangen werden. Für welchen Anbieter die Entscheidung auch fällt: Es sollte genau geprüft werden (meist online möglich), ob das Angebot verfügbar ist - gerade in ländlichen Regionen. Und Versatel etwa hat Anschlüsse in Ahrensburg oder Norderstedt, ist wegen HanseNet aber nicht in Hamburg vertreten.

 

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