Stiftung Warentest kritisiert Preisberatung für Bahntickets
Ob im Internet, am Schalter oder am Automaten: Fahrgäste der Deutschen Bahn erhalten beim Fahrkartenkauf oft nicht den günstigsten Preis. Die Beratung bei dem Staatskonzern ist nur "ausreichend". Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung der Stiftung Warentest. Wer sich als Kunde mit Sonderangeboten, Ländertickets und Streckenführungen nicht selbst auskenne, zahle oft drauf, urteilten die Experten.
Bei 90 Tests in Reisezentren in 25 Städten seien auf Anhieb meist zu teure Tickets angeboten worden. Auf Sparangebote oder günstigere Intercity- statt ICE-Züge wurden die Kunden zunächst nur selten hingewiesen. So wurde beispielsweise eine Reise zu dritt von Stuttgart nach Husum und zurück für 624 Euro angeboten, obwohl über die Kombination Bahncard 25 mit Sparpreis 50 nur 170 Euro fällig gewesen wären. Für eine Reise von Köln nach Kassel erhielten die Tester an unterschiedlichen Schaltern gleich vier verschiedene Reisemöglichkeiten: Die Preise reichten von 37 Euro mit dem Regionalexpress (RE) bis zu 90 Euro mit dem ICE.
"Das Ticketsystem der Bahn ist viel zu kompliziert", sagt Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn dem Abendblatt. "Einfache Strecken zwischen Großstädten sind leicht zu buchen. Doch wenn es aufs Land geht, ändert sich der Fahrpreis, je nachdem welche Strecke gewählt wird." Bahnchef Hartmut Mehdorn sagte gestern zu, die Schwachstellen zu beseitigen.
Auch die Reisezentren an den Bahnhöfen wurden von Stiftung Warentest unter die Lupe genommen. Am besten schnitten die Bahnhöfe in Kiel, Saarbrücken und Hamburg ab. Sie erhielten das Qualitätsurteil "befriedigend". Am schlechtesten war die Beratung in Magdeburg mit der Note "mangelhaft".
Die Experten raten Bahnkunden, hartnäckig nachzufragen. Wer günstig fahren will, sollte Regional- und IC-Züge nutzen und möglichst Länder- oder Schöne-Wochenende-Tickets kaufen.




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