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Wirtschaft

Außenhandel: Neuer Rekord

Deutschland beim Export Weltmeister

2008 dürfte China diesen Titel übernehmen. Deutsche Ausfuhren nehmen auch 2007 zu.

Hamburg. Deutschland ist auch 2006 Exportweltmeister geblieben und damit im vierten Jahr hintereinander. Der Wert der Ausfuhren kletterte nach Angaben des Statistischen Bundesamts um 13,7 Prozent auf knapp 894 Milliarden Euro und markierte damit einen neuen historischen Rekord. Triebfeder war die wachsende Weltwirtschaft.

Obwohl die Importe infolge der anziehenden Inlandsnachfrage und gestiegener Rohstoffpreise sogar um 16,5 Prozent wuchsen, erreichte auch die Außenhandelsbilanz - der Saldo von Aus- und Einfuhren - mit knapp 162 Milliarden Euro einen neuen Höchststand.

Allerdings gehen Experten der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai) davon aus, dass der Titel des Exportweltmeisters im kommenden Jahr verloren geht: Die aufstrebende Wirtschaftsmacht China werde voraussichtlich im Jahr 2007 die USA von Rang zwei verdrängen und 2008 die Deutschen vom Spitzenplatz. Schon 2006 lieferte China allein in die USA Waren für mehr als 300 Milliarden Dollar - dreimal so viel wie Deutschland.

Ein Grund zur Beunruhigung ist der drohende Verlust des klingenden Titels aber nicht, zumal Prognosen auf weiter kräftig steigende Exporte der deutschen Wirtschaft hinweisen: "Deutschland wird auch in diesem Jahr mit einem Exportplus von mindestens sechs Prozent zu den Gewinnern der Globalisierung gehören", sagte Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes des deutschen Groß- und Außenhandels (BGA).

Noch etwas optimistischer ist Jörg Hinze vom Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Institut (HWWI): Zwar würden in diesem Jahr die deutschen Exporte ihre Steigerungsrate des Ausnahmejahres 2006 wegen eines leicht verringerten Expansionstempos der Weltkonjunktur wohl nicht wiederholen können, ein Plus von 7,5 bis acht Prozent bei den Ausfuhren sei aber auch für 2007 und 2008 zu erwarten.

"Rund um die Welt werden Produktionskapazitäten weiter ausgebaut und dazu braucht man neue Maschinen", sagte Konjunkturexperte Hinze dem Abendblatt. Neben Autos und Chemieerzeugnissen gehören Maschinen zu den wichtigsten deutschen Exportgütern.

Schwieriger für deutsche Exporteure wird es allerdings durch die starke Verteuerung des Euro seit Frühjahr 2006, die europäische Produkte in Ländern mit anderen Währungen benachteiligt. Im vergangenen Jahr habe sich dies noch nicht deutlich bemerkbar machen können, so Hinze: "Studien zeigen, dass Wechselkursveränderungen sich erst mit einer Verzögerung von drei Quartalen und mehr auf die Exporte auswirken." Doch man dürfe den Wechselkurseffekt auch nicht überbewerten, meint Hinze: "Ausschlaggebend für die Exporte ist zu 75 bis 80 Prozent die reale Konjunkturentwicklung in den Abnehmerländern und nicht die Währungsrelationen."

Auf dieser Basis dürfe man auch mittelfristig weiter steigende Ausfuhren erwarten: "Aus heutiger Sicht ist nicht abzusehen, dass es in der Weltkonjunktur zu deutlichen Rückschlägen kommt - es sei denn durch Schocks wie eine Ölpreisexplosion", so Hinze.

Aktuell gehen 62 Prozent der deutschen Exporte in die Länder der EU und dabei 42 Prozent in Euro-Zone. Frankreich ist der wichtigste Handelspartner. Doch die Gewichte verschieben sich, sagt Hinze: "Die Boomregionen liegen in Asien und der Handel mit diesen Ländern läuft weit überwiegend über den Seeweg. Daher profitiert Hamburg besonders von den Zuwächsen im Welthandel."

 

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