Dienstag, 29. Mai 2012, 13:13

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Info
  • Rechner
  • Ticket kaufen
  • studiVZ
  • meinVZ
Magazin Hafen Magazin Senioren

Wirtschaft

Von Berlin nach Peking in zwölf Tagen

BERLIN. Die Deutsche Bahn will schon in wenigen Jahren regelmäßig Güterzüge von Deutschland nach China fahren lassen. Zum Ausbau des Schienengüterverkehrs vereinbarte der Staatskonzern jetzt mit dem chinesischen Eisenbahnministerium sowie der Russischen Bahn RZD eine entsprechende Absichtserklärung. "Wir wollen die wachsenden Güterströme zwischen China und Europa auf die Gleise lenken", sagte Bahnchef Hartmut Mehdorn gestern: "In wenigen Jahren rollen durchgehende Züge von Peking bis Berlin."

Die Deutsche Bahn sieht die Schiene als Alternative zum Schiffstransport. Die Landstrecke führt von Berlin über Polen, Russland, die Mongolei nach China (siehe Karte). Für die rund 9800 Kilometer lange Verbindung braucht ein Güterzug laut Mehdorn etwa zwölf Tage, während ein Schiff dafür rund 30 Tage unterwegs sei.

Die Schienenverbindung ist bereits vorhanden. Allerdings erschweren bisher aufwendige Zollformalitäten sowie verschiedene Spurweiten in den Ländern den Transport. So müssen die Güterzüge auf der Strecke zweimal umgespurt werden. Am Grenzübergang von Polen nach Weißrussland (Brest) müssen die Container von der europäischen Normalspur auf Tragwagen der osteuropäischen Breitspur umgesetzt werden, ein zweites Mal an der Grenze nach China (Dsamin-Ude) wiederum auf Normalspur, sagt Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. Ebenso werden die Lokführer ausgewechselt, da sich in den Ländern auch die Signalsysteme unterscheiden.

Zudem will sich die Deutsche Bahn künftig mit acht Prozent an einem internationalen Konsortium beteiligen, das die kombinierten Verkehre in China ausbaut. Dazu sollen in den Bau von 18 Containerterminals in den nächsten fünf Jahren 1,2 Milliarden Euro investiert werden. Die Bahn sieht in der Beteiligung die Chance, auf dem chinesischen Markt Fuß zu fassen. Bis 2011 werde dort eine Verfünffachung des Containertransportvolumens erwartet.bk

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus