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Wirtschaft

Aktientipp der Woche

Heute von der Commerzbank

KONSERVATIV

Unter den Standardwerten hält Jürgen Nowitzke aus der Wertpapierspezialberatung der Commerzbank die Aktie des Walldorfer Softwarekonzerns SAP für einen aussichtsreichen Kauftipp. Das Papier war im Juli nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen für das zweite Quartal steil abgestürzt. "Die Zahlen waren zum Teil hinter den hohen Erwartungen des Marktes zurückgeblieben", erklärt Nowitzke. Er glaubt aber nicht, dass sich die Perspektiven dadurch eingetrübt haben: "Das zweite Quartal ist bei SAP traditionell ohnehin das schwächste, außerdem hat der Vorstand die Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt." SAP will den Lizenzumsatz um bis zu 17 Prozent (2005: 2,78 Milliarden Euro) ausbauen. Sollte die geplante Ausgabe von drei Bonusaktien je bestehender Aktie wirksam werden, könne dies den Kurs zusätzlich anschieben, weil das Papier dann optisch deutlich günstiger wird. Ebenso unterstütze das laufende Aktienrückkaufprogramm den Kurs. "So ein Programm zeigt die Finanzstärke eines Unternehmens", urteilt Nowitzke. Nach dem Abschwung der Aktie im Juli sei zudem die Bewertung, gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis von 26 auf Basis des für 2006 erwarteten Gewinns, im Verhältnis zu anderen Titeln der Branche vergleichsweise günstig. Nowitzke hält auf Sicht von zwölf Monaten einen Kursanstieg bis auf das bisherige Jahreshoch zwischen 180 und 190 Euro für realistisch. Ein möglicher Risikofaktor sei die hohe Wettbewerbsintensität in der Branche. Darüber hinaus gebe es hohe Erwartungen an die Wachstumsraten, was im Fall einer Enttäuschung zu recht deutlichen Kursschwankungen führen könne.

SPEKULATIV

Nowitzkes Kaufempfehlung aus dem Kreis der Titel der zweiten Reihe ist die Aktie des Bochumer Maschinenbauers GEA Group. Für Kursfantasie sorge allein schon der Plan, die Sparte Großanlagenbau mit den Unternehmen Lurgi, Lentjes und Zimmer zu verkaufen. "Marktgerüchten zufolge ist der russische Energiekonzern Gasprom an Teilen davon interessiert", so Nowitzke. GEA will sich künftig wieder auf das Kerngeschäft mit Spezialmaschinen und Spezialanlagen konzentrieren. Der Konzern mit 17 500 Mitarbeitern und einem Umsatz von 4,5 Milliarden Euro (2005) stellt unter anderem Produktionsanlagen für die Nahrungs- und Getränkeindustrie her, baut aber auch Kühltürme und Anlagen zur Rauchgasreinigung für Kraftwerke. "In diesen Kerngeschäftsfeldern will sich das Unternehmen durch Zukäufe künftig noch weiter verstärken", erklärt Nowitzke. Dies sei positiv zu bewerten, auch wenn solche Zukäufe wegen der guten Branchenkonjunktur sicher nicht günstig seien. Im vergangenen Jahr hat sich die Aktie im Vergleich zum Gesamtmarkt nur unterdurchschnittlich entwickelt. Dies sollte sich jedoch ändern, meint der Commerzbank-Experte, nachdem der Turnaround beim Ertrag nun eindeutig gelungen sei. Im ersten Halbjahr hatte der Konzern das operative Ergebnis (Ebit) auf 83 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Außerdem hätten sich die Perspektiven für den Titel auch im Hinblick auf die Charttechnik deutlich verbessert. Für die kommenden zwölf Monate sieht Nowitzke das Kursziel in der Nähe von 17 Euro. Belastend könne sich allerdings auswirken, dass die Restrukturierung noch nicht in allen Sparten des Konzerns abgeschlossen sei.v.m.

 

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