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Wirtschaft

Von Gerkan: Schöpfer ganzer Städte

Meinhard von Gerkan wagte im Jahr 2000 mit einer Niederlassung in Beijing den ersten Schritt nach China. Er ist inzwischen mit seinem Hamburger Architekturbüro gmp auch in Schanghai vertreten und hat 51 Projekte in der Volksrepublik realisiert oder begonnen. So schuf er für Schanghai eine komplette Satellitenstadt mit einem der Alster nachempfundenen See im Zentrum.

ABENDBLATT: Das Bauen geht schneller in China. . .

VON GERKAN: Nun, Einsprüche und Genehmigungen abzuwarten, mit Hunderten Bedenkenträgern zu diskutieren, alles was das Bauen in einer Demokratie verlangsamt, fällt in China weg.

ABENDBLATT: Und Sie profitieren vom dortigen Bauboom?

VON GERKAN: Ja, denn die Bedürfnisse sind diametral entgegengesetzt zu Deutschland, wo der Bedarf an Wohnraum eher zurückgeht. In China drängen wegen der Lohnunterschiede Millionen Menschen vom Land in die Städte und generieren so einen immensen Bedarf.

ABENDBLATT: Können sich diese Menschen denn überhaupt neue Wohnungen leisten?

VON GERKAN: Der Großteil der Wohnungen wird als Rohbau angeboten, das heißt, dass die Käufer selber Türen, Anschlüsse und Armaturen anbringen. Das senkt die Kostenschwelle zum Eigentum erheblich - die meisten Chinesen kaufen anstatt zu mieten.

ABENDBLATT: Ist das Geschäft mit Immobilien profitabel?

VON GERKAN: Ja, der Bedarf ist so groß, dass die meisten Wohnungen schon vor der Fertigstellung verkauft sind. Dadurch brauchen die Investoren noch nicht einmal sehr viel Kapital vorzuschießen: Bevor sie den Bau bezahlen müssen, kassieren sie schon das Geld für die verkauften Immobilien - und die Rendite liegt oft bei 40 Prozent.

ABENDBLATT: Wie laufen Ihre eigenen Geschäfte in China?

VON GERKAN: Wir erzielen dort heute 40 Prozent unseres Umsatzes und Gewinns. Noch vor wenigen Tagen haben wir den Wettbewerb für den Bau eines Olympiazentrums in Shenzen gewonnen. Interview: MELANIE WASSINK

 

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