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Wirtschaft

Strom: Neue Konkurrenz für Vattenfall

Nuon: Offensive in Hamburg. Schweden reagieren gelassen und verweisen auf eigenen guten Service. Niederländischer Anbieter in Berlin bereits erfolgreich.

Hamburg. Auf den Hamburger Strommarkt kommt ein neuer Konkurrent. Nach Informationen des Abendblatts will der niederländische Konzern NV Nuon den Marktführer Vattenfall noch in diesem Jahr in der Hansestadt herausfordern. Nuon ist bereits in Berlin und Heinsberg bei Aachen aktiv. Allein in der Hauptstadt hat das Unternehmen nach eigenen Angaben innerhalb von nur fünf Monaten mehr als 30 000 Kunden gewonnen. Die Strategie der Niederländer: Immer günstiger sein als der Marktführer. Zudem hat sich der Konzern explizit gegen Atomkraft entschieden. 60 Prozent seines Stroms gewinnt das Unternehmen aus Kraft-Wärme-Kopplung, die restlichen 40 Prozent aus regenerativen Quellen.

Das genaue Konzept und die exakten Preise für Hamburg dürfte Nuon, die in den Niederlanden mit 35 Prozent Marktanteil die Nummer eins sind, am Montag auf einer Pressekonferenz bekanntgeben. In Berlin verlangt Nuon pro Kilowattstunde (kWh) 17,95 Cent und eine monatliche Grundgebühr von 4,50 Euro. Dazu gibt es eine einjährige Preisgarantie. Vattenfall bucht seinen Kunden in der Hauptstadt beim Klassik-Tarif hingegen mit 4,79 Euro und 18,88 Cent je kWh deutlich mehr ab. In Hamburg dürfte das neue Preisangebot der Niederländer unter dem in der Hansestadt beliebten Future-Tarif von Vattenfall (17,70 Cent/kWh und 5,95 Euro Grundgebühr) liegen. Aus der Nuon-Deutschland-Zentrale in Berlin hieß es dazu gestern nur: "Kein Kommentar. Warten Sie den Montag ab."

Bei Vattenfall in Hamburg reagiert man derweil gelassen auf den geplanten Vorstoß der Niederländer. "Wir haben von Nuons Plan gehört, in der Hansestadt aktiv zu werden", sagte Vattenfall-Sprecher Ivo Banek dem Abendblatt. "Unser Unternehmen hat nicht den Anspruch, der billigste Stromanbieter zu sein. Wir setzen traditionell auf eine gute Angebotspalette und exzellenten Service." Der frühere Monopolist und HEW-Nachfolger Vattenfall hat im Hamburger Privatkundengeschäft nach eigenen Angaben heute noch einen Marktanteil von 92 Prozent. Vor allem die Stadtwerke Flensburg machen den Hamburgern seit dem vergangenen Jahr das Leben schwer. Mit einem besonderen Preisangebot für die Mieter von Saga/GWG konnten die Flensburger mehr als 10 000 Hamburger Kunden an sich binden.

Neben dem bevorstehenden Preiskampf mit Nuon kann sich Vattenfall in den kommenden Monaten in Hamburg wohl auch auf eine großangelegte Werbeoffensive seitens des neuen Konkurrenten einrichten. In Berlin kam es zu Jahresbeginn zu einer regelrechten "Marketingschlacht" zwischen Schweden und Niederländern. Auf großen Plakaten warb Nuon damals für seinen "lekker Strom" und köderte viele Berliner mit einer Einmalprämie von 50 Euro. Vattenfall versuchte daraufhin die "Heimatkarte" auszuspielen, schaltete Zeitungsanzeigen, in denen das Unternehmen darauf hinwies, daß das Nuon-Kundenzentrum 658 Kilometer von der deutschen Hauptstadt entfernt sei. Der Konter der Niederländer: Die Nuon-Zentrale in Amsterdam sei jedenfalls näher an Berlin als der Vattenfall-Hauptsitz in Stockholm.

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