Handel: Tarifabschluß in Hamburg
1,0 Prozent: Mehr Geld für 57 500 Mitarbeiter - Umsatzplus 2005
HAMBURG. Gut drei Wochen nach dem ersten Pilotabschluß für den Einzelhandel in Berlin haben sich nun auch in Hamburg die Tarifparteien auf eine leichte Lohnerhöhung für die rund 57 500 Verkäuferinnen und Verkäufer der Hansestadt geeinigt.
Die Beschäftigten erhalten 2006 eine einmalige Zahlung von 200 Euro, im nächsten Jahr 75 Euro. Vom 1. Oktober an steigen die Entgelte um 1,0 Prozent. Der Tarifvertrag läuft bis Ende April 2007. Erreichen die Betriebe eine "besonders gute wirtschaftliche Lage" gibt es 2007 und im Folgejahr maximal 225 Euro als variable Vergütung. Damit geht das Ergebnis leicht über den Berliner Pilotabschluß hinaus.
Ver.di-Verhandlungsführer Ulrich Meinecke begrüßte, daß es in den Verhandlungen gelungen sei, den Manteltarif für die Beschäftigten wieder in Kraft zu setzen. Er sichert für die Beschäftigten eine 37,5-Stunden-Woche sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld ab. Bedauerlich sei allerdings, daß die Arbeitgeber nicht bereit gewesen seien, ihren Beschäftigten wenigstens den Kaufkraftverlust durch Inflation auszugleichen, so Meinecke.
Trotz eines unerwartet schwachen Weihnachtsgeschäfts hat der gesamte deutsche Einzelhandel das vergangene Jahr mit einem leichten Umsatzplus abgeschlossen. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes von gestern sank der Umsatz im Dezember im Vergleich zum Vorjahr um nominal 1,2 und real sogar um 1,6 Prozent. Im Gesamtjahr wurde dagegen ein Plus von nominal 1,2 und real 0,7 Prozent ausgewiesen.
Der Einzelhandelsverband HDE nannte die Zahlen allerdings nicht nachvollziehbar. "Es wirkt, als ob das Statistische Bundesamt mit den Vorzeichen durcheinandergeraten ist", erklärte Verbandssprecher Hubertus Pellengahr. Die Branche hatte für das Geschäft im Dezember ein leichtes Umsatzplus erwartet und im Gesamtjahr einen Rückgang von etwa einem Prozent und damit das vierte Jahr in Folge ein Minus.














