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Wirtschaft

Hanse-Parlament lädt nach Hamburg ein

HAMBURG. Sie machen gemeinsame Projekte, etwa im Umweltschutz. Sie bieten Auszubildenden und anderen Mitarbeitern an, in Partnerbetrieben im Ausland zu arbeiten. Sie schieben Kooperationen zwischen Firmen in verschiedenen Ländern an. Und sie treten gemeinsam vor der Europäischen Union auf, wenn es um Fördermittel und Projekte geht - die Mitglieder des Hanse-Parlaments.

Unter dem Motto: "Von der Geschichte zur Gegenwart und Zukunft: Mittelständische Wirtschaft, Handwerk und Kultur im baltischen Raum" findet die Jahrestagung des Hanse-Parlaments vom 27. bis 29. Oktober in der Patriotischen Gesellschaft in Hamburg statt. Etwa 130 Experten - 90 Unternehmer und 40 Wissenschaftler - werden erwartet.

"Im Grunde genommen geht es uns darum, die Wirtschaft im Ostseeraum zu stärken, indem wir Modelle der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit entwickeln und fördern", sagte Jürgen Hogeforster dem Abendblatt. Hogeforster war viele Jahre Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Hamburg. Jetzt ist er Vorsitzender des Hanse-Parlaments.

1994 wurde die Organisation, der heute 32 Kammern und Verbände unter anderem aus Deutschland, Skandinavien, Polen, dem Baltikum, Kaliningrad, Petersburg und Weißrußland angehören, lose gegründet. 2004 wurde das Hanse-Parlament zum Verband und Hogeforster bezog Büroräume im Haus Rissen in Hamburg. "Wir wollen an die alte Tradition der Hanse, die vom 13. bis 17. Jahrhundert währte, anknüpfen", sagt Hogeforster. Auch damals seien die Regionen rund um die Ostsee durch ihre Zusammenarbeit erfolgreich gewesen. "Und Hamburger Unternehmen waren in dieser Zeit in Osteuropa tätig."

Inzwischen jedoch würden viele Betriebe aus Westeuropa neben den Vor- auch die Nachteile einer solchen Zusammenarbeit fürchten. "Viele Hamburger Betriebe sorgen sich wegen der Konkurrenz aus Niedriglohn-Ländern", sagt Hogeforster. "Dabei können gerade Hamburger Firmen von der besseren Vernetzung mit Osteuropa profitieren", sagt er und erzählt die Geschichte vom Feinmechanik-Betrieb, der inzwischen die Hälfte seines Umsatzes in Polen erwirtschaftet und dennoch seine Belegschaft in Hamburg vergrößert hat. Oder vom Hersteller von Rauchgasmeldern, der in Polen 16 Partnerbetriebe gefunden hat, und vom Fensterproduzenten, der in Hamburg 150 Arbeitsplätze sicherte, indem er ein Werk in Bosnien eröffnete.

Neben wirtschaftlichen Kooperationen arbeiten die Mitglieder der Hanse auch in der Bildung zusammen. So wollen laut Hogeforster zahlreiche Regionen des Ostseeraums den neuen dualen Studiengang zum Technischen Betriebswirt übernehmen, den die Kammern in Hamburg, Schwerin, Lüneburg und Stade entwickelten.stü

 

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