Dienstag, 14. Februar 2012, 22:12

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Rechner
  • Ticket kaufen

Wirtschaft

Korruption bei Ikea: Spur führt nach Hamburg

FRANKFURT. Im Rahmen mutmaßlicher Schmiergeldzahlungen beim schwedischen Möbelhaus Ikea in Deutschland sind am Dienstag unter anderem Büros eines betroffenen Bauunternehmens in Hamburg durchsucht worden. Das gab die Staatsanwaltschaft in Frankfurt auf Anfrage bekannt. "Es geht um eine Hamburger Baufirma, die sich auf Bestecherseite befindet", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Doris Möller-Scheu, dem Abendblatt.

Die Ermittlungen richten sich in ganz Deutschland gegen insgesamt 15 bis 20 Verdächtige. Während einer bundesweiten Razzia nahmen Ermittler zwei Bauleiter der Deutschland-Zentrale Wallau sowie einen Bauunternehmer aus Düsseldorf fest. "Den Bauleitern wird vorgeworfen, von mehreren Baufirmen Geld- und Sachleistungen angenommen zu haben, um diese bei Aufträgen zu bevorzugen", sagte Möller-Scheu. Bei einem 56 Jahre alten Bauleiter gehe es um 600 000 Euro, sein 48jähriger Kollege soll zwischen 60 000 und 70 000 Euro angenommen haben. Der Bauunternehmer (44) soll Ikea-Mitarbeiter bestochen haben, um an Aufträge zu kommen. "Der Unternehmer und der 48 Jahre alte Bauleiter haben bereits Teilgeständnisse abgelegt", sagte Möller-Scheu.

Bei ihren Korruptionsermittlungen nimmt die Staatsanwaltschaft die Jahre 2000 bis 2005 unter die Lupe. Außer der Deutschland-Zentrale von Ikea im hessischen Wallau und dem Hamburger Büro durchsuchten die Ermittler 20 weitere Büros und Privathäuser in Bremen, Düsseldorf und der Oberpfalz.

Bei der Razzia waren laut Staatsanwaltschaft 120 Beamte im Einsatz, beteiligt waren auch Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes und der Steuerfahndung.

Ikea-Sprecherin Sabine Nold erklärte, das Unternehmen unterstütze die Staatsanwaltschaft bei ihren Ermittlungen. Es werde geprüft, wie es zu den mutmaßlichen Korruptionsfällen kommen konnte und was getan werden müsse, damit sich derartiges nicht wiederhole.hpwkr

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus