Slim Fast schmälert Gewinn von Unilever
Amsterdam/Hamburg. Weniger Geschäfte mit Diätnahrung haben beim Lebensmittel- und Konsumgüterkonzern Unilever zu einer deutlichen Gewinnabnahme geführt. Nach einem guten Start ins Jahr lag der Überschuß des britisch-niederländischen Konzerns im zweiten Quartal mit 784 Millionen Euro um 27 Prozent unter dem Vorjahresniveau, wie Unilever gestern in Amsterdam berichtete. Der Überschuß aus fortgeführtem Geschäft sank um 26 Prozent auf 787 Millionen Euro.
Besonders die Diätprodukte Slim Fast drückten auf den Gewinn. Wiederum mußte Unilever 353 Millionen Euro für die US-Marke abbuchen, die 2000 für 2,3 Milliarden Dollar übernommen wurde. Schon früher im Jahr wurden 650 Millionen Euro abgeschrieben. In Deutschland wurde der Vertrieb von Slim Fast inzwischen eingestellt, weil die Nachfrage fehlte.
Der Umsatz des Konzerns stieg minimal um gut ein Prozent - ohne Wechselkurseffekte und Veräußerungen um 3,3 Prozent - auf 10,22 Milliarden Euro. Das ist vor allem der Entwicklung in Asien und Lateinamerika zu verdanken. In Europa ging der Umsatz von Unilever dagegen um 0,6 Prozent zurück. Der Verlust von Marktanteilen konnte laut Konzernchef Patrick Cescau gestoppt werden. Sinkende Preise verdarben allerdings den leicht verbesserten Absatz.
In den Vereinigten Staaten beschränkten sich die Probleme vor allem auf den Bereich Nahrungsmittel, in Westeuropa dagegen war das Geschäft mit allen Produkten des Konzerns (unter anderem Knorr, Iglo, Dove, Lux, Omo) schwierig. Die Konkurrenz im Einzelhandel und unter den Herstellern drückt auf die Preise. "Wir müssen noch mehr tun, um hier unsere Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern", erklärte Cescau. Eine spürbare Veränderung des schwierigen Marktes sei in diesem Jahr nicht zu erwarten.
Besser sieht die Lage in Deutschland aus, wie der neue Chef der Deutschen Unilever, Henning Rehder, dem Abendblatt sagte. "Wir haben im gesamten ersten Halbjahr zugelegt", sagte Rehder, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Vor allem die Sparten Eiscreme, Margarine (Becel) sowie die Marken Knorr und Dove wären erfolgreich gewesen. "In keiner Sparte gab es signifikante Rückgänge", so Rehder. (stü/dpa)



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