Handwerk muß sich Konkurrenz stellen
Kommentar
Kaum haben die Hamburger Handwerker mit einer verstärkten Konkurrenz aus Osteuropa zu kämpfen, ist das Geschrei groß. Von einem Qualitätsverfall durch polnische Billigkräfte ist die Rede und davon, daß schon in wenigen Jahren massive Kosten durch Pfusch am Bau auf Eigenheimbesitzer zukommen könnten.
Doch für einen solchen Qualitätsverfall gibt es bislang überhaupt keine Anhaltspunkte. Tatsächlich ist bei der Hamburger Verbraucherzentrale kein Kunde vorstellig geworden, der mit der Qualität osteuropäischer Handwerker nicht zufrieden gewesen wäre - und das, obwohl die polnischen oder tschechischen Konkurrenten nun seit gut einem Jahr auf dem Markt sind.
Die deutschen Handwerker täten daher gut daran, sich möglichst bald - vor allem in ihrer Preisgestaltung - auf die neue Konkurrenz einzustellen. Statt zu jammern, sollten sie lieber anfangen, ihrerseits die europäischen Märkte zu erschließen und so die Chancen der Osterweiterung zu nutzen.
Sollte es tatsächlich in absehbarer Zeit zu Qualitätsproblemen kommen, dürfte sich dies von selbst erledigen. Wer Pfusch abliefert, bekommt eben keine Aufträge mehr.



Hartmann
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