Schlachthöfe mit Schlupflöchern
Kommentar
Deutsche Fleischarbeiter müssen ausbaden, was ihnen Politiker eingebrockt haben. Wegen eines Schlupflochs im Beitrittsvertrag zur EU-Ost-Erweiterung verlieren Tausende ihren Job und werden durch billige Arbeitskräfte aus Osteuropa ersetzt. Die Arbeiter aus Ungarn oder Polen sind nicht zu beneiden: Schlachten ist ein blutiges Handwerk, das kaum jemand ausübt, der Alternativen hat. Der Lohn der ausländischen Kräfte ist gering, ihre Lebensbedingungen kaum zumutbar.
Die Politiker müssen daher schleunigst einen Weg finden, um die Mißstände in den Schlachthöfen zu unterbinden. Schlupflöcher, etwa für reine Briefkastenfirmen, die nur als Alibi für die Anwerbung von Arbeitnehmern dienen, darf es nicht geben. Die deutschen Behörden müssen die Mittel an die Hand bekommen, um diese Firmen auch im Ausland wirkungsvoll verfolgen zu können. Auch ein Mindestlohn, notfalls auch ein gesetzlicher, würde helfen, um ein Minimum an sozialen Standards in den Schlachthöfen zu wahren.




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